Herz an Fohlen in Piber verloren
Christine Hofmeister aus Darmstadt kommt regelmäßig ins Lipizzanergestüt, auch Sabine Bibas aus Dresden reiste mit ihrer Familie zum Clubtreffen an.

Foto © LeodolterSpontan hat sich Christine Hofmeister entschieden, eine Fohlenpatenschaft zu übernehmen
Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern Liebe nach dem ersten Buch: "Maestoso Austria", hieß das Werk, das Christine Hofmeister aus Darmstadt von ihrer Mutter geschenkt bekam und das ihr Interesse an den Lipizzanern weckte. "Es hat aber lang gedauert, bis ich das erste Mal nach Piber kam. Erst durch meine Nichte ist alles wieder aufgelebt", erzählt sie die Vorgeschichte.
"2008 hat es sich spontan ergeben, dass ich meiner Nichte eine Reise nach Piber zum Geburtstag schenkte. Wir waren bei einer Herbstparade", so Hofmeister. Danach hat die Nichte vorsichtig angeklopft, ob nicht auch ein Aufenthalt im Frühling möglich sei, damit sie auch die ganz kleinen Fohlen anschauen könne. "Den Wunsch habe ich ihr gern erfüllt. Seither war ich bereits zum neunten Mal hier, auch wenn meine Nichte nicht immer mitkommen kann", schmunzelt die Pferdefreundin. An ihren ersten Besuch - sie logiert immer im Gasthof Bardel - erinnert sich die Deutsche noch sehr gut. "Wir kamen abends an und sahen nicht viel. Als ich am nächsten Morgen aus dem Fenster schaute, weideten gleich daneben die Lipizzaner."
Ihr jüngster Abstecher dauerte zehn Tage, weil sich Hofmeister auch das Treffen der "Freunde des Bundesgestütes Piber" nicht entgehen lassen wollte, wo sie seit Beginn Mitglied ist. Hofmeister ist nicht nur Fan der edlen weißen Pferde: "Mir gefällt auch die Art und Weise, wie die Pferde hier gehalten werden. Das ist einfach anders, als man es sonst kennenlernt. Den Pferden geht es wirklich gut", sagt sie. Hofmeister weiß, wovon sie spricht, schließlich studierte sie Agrarwissenschaften und ist daher auch an der Zucht interessiert. Zudem genießt sie die Atmosphäre im Gestüt. "Früher hatte ich auch immer den Wunsch, ein eigenes Pferd zu haben, aber ich wollte es nie in irgendeinen Reitstall stellen. Es ergab sich nie die Gelegenheit, mit einem Pferd zu leben", so Hofmeister. Auch ihre Nichte ist den Pferden rund um das Jahr zugetan, sie ist engagierte Voltigiererin.
Die Darmstädterin verfolgt die Entwicklung der Lipizzaner in Piber und kann die meisten Tiere voneinander unterscheiden. Daher ist ihr auch "Conversano Spadiglia", das Patenfohlen der Kleinen Zeitung, ein Begriff. "Ich habe die Geschichten samt Bilderserien im Internet verfolgt."
Vor Kurzem ist Hofmeister sogar selbst Pferdepatin geworden: Sie hat sich für ein Stutfohlen entschieden, das am 8. Februar geboren wurde und - wie es bei den weiblichen Tieren üblich ist - noch keinen Namen hat. "Mutter ist Trompeta. Ich habe mir ein Fohlen ausgesucht, das Chancen hat, hier in Piber zu bleiben. Damit ich sie möglichst lang begleiten kann."
Herz
Die Lipizzaner haben aber nicht nur in Darmstadt Fans, auch die Familie von Sabine Bibas aus Dresden hat ihr Herz an das "weiße Ballett" verloren. "Wir sind ebenfalls Mitglied beim Club der ,Freunde des Bundesgestütes Piber' und extra für zwei Tage zum Treffen angereist." Sie stamme aus dem Osten und hätte sich früher nie träumen lassen, dass sie einmal bei einem ausländischen Klub Mitglied werden dürfe. "Wir haben bei unseren Reisen zu Gestüten seither viele nette Leute kennengelernt und fühlen uns in Piber wohl."
Features
FAKTEN
Einlass. Am Samstag, dem 7. Mai, wird zur Muttertagsgala ins Gestüt geladen. Einlass ist ab 12 Uhr, die Vorführung beginnt um 13.30 Uhr (Eintritt 12 Euro, 7,50 Jugendliche).
Fohlen. Geboten werden Choreografien im Gespannfahren, die Kaiser- und Springquadrille oder der Auftritt der Stuten mit ihren herzigen Fohlen.







