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Zuletzt aktualisiert: 13.03.2009 um 21:38 UhrKommentare

Acht junge Lipizzaner für die Wiener Hofreitschule

Für acht Lipizzaner stand der Umzug vom Bundesgestüt Piber in die Wiener Hofreitschule auf dem Programm. Ein schwerer Abschied, aber nicht für immer.

Frisches Blut für die mehr als 430 Jahre alte Spanische Hofreitschule: Acht junge Lipizzaner verstärken ab sofort die  Equipage

Foto © APAFrisches Blut für die mehr als 430 Jahre alte Spanische Hofreitschule: Acht junge Lipizzaner verstärken ab sofort die Equipage

Nur das aufgeregte Wiehern der Pferde verrät, dass etwas anders ist als sonst. Anstatt auf die Koppel, müssen acht der edlen Lipizzanerhengste in den Transporter steigen. Etwas skeptisch wird das große Ungetüm von den jungen Tieren noch beäugt, doch nach gutem Zureden ihrer Betreuer gehen sie die Rampe hinauf. Ihre Körperhaltung ist dennoch stolz, als ob sie wüssten, welche Aufgabe sie in Wien erwartet. Alle acht Lipizzaner sind in 30 Minuten verladen, keine schlechte Leistung. Denn geübt wurde das Verladen nicht. "Die Tiere vertrauen uns und gehen dann eigentlich problemlos hinein", weiß Max Dobretsberger, Leiter des Bundesgestüts Piber, aus Erfahrung. Zur Belohnung bekommen sie im Transporter noch eine ordentliche Portion Hafer, bevor die Fahrt nach Wien angetreten wird.

Abschied. Jeder Abschied ist auch mit etwas Wehmut verbunden. So klopfen ihre Betreuer, die sich in den vergangenen drei Jahren um die Pferde gekümmert haben, noch einmal gegen den Wagen und wünschen ihren Schützlingen für die Zukunft alles Gute. "Auf Wiedersehen und zeigt in Wien, was ihr könnt", sind ihre letzten Worte, bevor die Klappe geschlossen wird und sich der Hänger in Bewegung setzt.

Bereiter und Pflegeteam. "Sie sind jene auserwählten Hengste, die nach Wien kommen und in der Wiener Hofreitschule ausgebildet werden", ist Obergestütsmeister Leopold Weiss stolz. Typische Hengstmanieren zeigen diese Pferde nicht, sind sie doch schon von klein auf gut erzogen worden. "Führen und Putzen sind daher kein Problem. Alles andere lernen sie jetzt aber in Wien", erklärt Weiss. Dort wird jedem Pferd ein Bereiter samt Pflegerteam zugeteilt, diese Verbindung bleibt dann für Jahre bestehen. Je nach Bedarf werden jedes Jahr ein paar Junghengste nach Wien übersiedelt und in die hohe Schule der Reitkunst eingewiesen. Bereits in einem Jahr soll der erste Auftritt der Jungspunde stattfinden. Dann ist nämlich ein Programmpunkt mit ihnen eingeplant.

Optische Kriterien. "Jene Tiere, die dafür in Frage kommen, sind im Kopf sehr klar, gelehrig und charakterlich stark. Schon sehr früh kristallisiert sich heraus, welches Pferd dafür geeignet ist", so Weiss. Dazu kommen natürlich optische Kriterien. Ein Wiedersehen in Piber ist aber nicht ausgeschlossen. "Spätestens in ihrer ,Pension' kommen die Hengste wieder zu uns zurück und können hier ihren Lebensabend genießen", berichtet Weiss.

CHRISTIANE FRÜHWIRTH

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