Firma Bike-Tech fertigt Motorräder nach Wunsch des Kunden
Ein Stück "Orange County" mitten in Bärnbach.

Foto © Andrea KratzerDie Firma Bike-Tech baut Motorräder ganz nach den Vorstellungen des Besitzers
Die TV-Kultserie mit den aufgemotzten Bikes mit Paul Teutul und seinen Söhnen, die großen und kleinen Buben feuchte Augen beschert und sie von der großen Freiheit auf zwei Rädern träumen lässt, wird nicht in der Glasmacherstadt gedreht, aber bei der Firma Bike-Tech neben der Kart-Bahn in Bärnbach residiert ebenfalls ein Fachmann, der einzigartige Motorräder ganz nach den Vorstellungen des Besitzers baut. Vorausgesetzt man kann es sich leisten und hat Zeit, drei bis sechs Monate auf das exklusive Einzelstück zu warten.
Sprung ins kalte Wasser. "Indirekt bin ich dazu gezwungen worden", schmunzelt Hans-Peter Pichler, der mit seiner Lebensgefährtin Marion Schmölzer den Sprung ins "kalte Wasser" gewagt hat. "Ich war 25 Jahre lang bei der GKB als Mechaniker beschäftigt. Wenn der Bergbau nicht geschlossen worden wäre, würde ich wahrscheinlich noch dort arbeiten, obwohl ich manchmal von einer eigenen Firma geträumt habe", schildert der 43-Jährige, der in der Kohle-Stiftung landete. "Da bekam ich die Möglichkeit, die Unternehmerschule und die Meisterprüfung zu machen. Dennoch war der Start nicht leicht", räumt Pichler ein.
Mundpropaganda. Inzwischen hat sich sein Ruf via Motorradtreffen, Mundpropaganda und Internet österreichweit verbreitet. Bei ihm kann man nicht nur Zweiräder aller Art erwerben, sondern auch Reparaturen durchführen lassen. Er besorgt Ersatzteile, lagert Bikes über den Winter ein, führt Umbauten durch und lebt seine Kreativität beim Bau von Custombikes aus. "Ich berate meine Kunden und erkläre ihnen, was von ihren Ideen machbar ist. Das Schwierigste ist es, einen Mittelweg zwischen den Wünschen und den Vorschriften zu finden", so Pichler.
Notwendige Typisierungen. Im Gegensatz zu den amerikanischen "TV-Mechanikern", die sich nicht um Abgasnormen oder Lärmmessungen kümmern müssen, führt Pichler die notwendigen Typisierungen für seine Kunden durch. "Verkaufen kann man alles, aber wenn man mit den Motorrädern nicht fahren darf, bringt das nichts."
Keine preisliche Grenze nach oben. Pichler "bügelt" sogar Pfuschsünden aus, wenn Besitzer Probleme mit der Behörde haben, weil sie selbst zum Schraubenzieher gegriffen haben. Beispielsweise bei der Beleuchtung. "Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, die zu beheben sind, um eine Genehmigung zu bekommen", meint der 43-Jährige, der selbst eine Original-Harley-Davidson, Baujahr 1994 fährt und sich ein Custombike gebaut hat, das rundum nur seine Handschrift trägt. "Preislich beginnt es bei 30.000 Euro, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Ich habe schon ein Bike um mehr als 100.000 Euro angefertigt."
Airbrush-Lackierungen. Wer es bunt liebt, kann sich Airbrush-Lackierungen nach Gusto aussuchen. Dies führt der Köflacher Werner Schmölzer, der Bruder von Marion, durch. "Er hat das Talent von unserem Vater und malt auch Bilder", erzählt Marion Schmölzer. Ein besonderes Erlebnis für Pichler: "Ein Kunde kam nach sechs Monaten und drückte mir vor Freude Trinkgeld in die Hand. Mehr als ein Monatsgehalt bei der GKB."









