Windpark vom Land "abgewürgt"
Umwidmung wurde vom Land zum Schutz des Birkhuhns aufgehoben: Dagegen ist kein Rechtsmittel möglich. Der geplante Windpark auf der Terenbachalm ist damit Geschichte.

Foto © MayerEine Gruppe aus Kainach schaute sich im Vorfeld den Windpark in Oberzeiring an. Die Bevölkerung hätte das Vorhaben mitgetragen
Mit diesem Bescheid ist das Projekt Windpark Terenbachalm gestorben", stellt Kainachs Bürgermeister Viktor Schriebl enttäuscht fest. Der Bescheid, den Schriebl anspricht, stammt von der Abteilung 13 B des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung und richtet sich mit dem Wortlaut "Versagung der Genehmigung" gegen die im Kainacher Gemeinderat einstimmig ausgesprochene Flächennutzungsänderung für einen Teil der Terenbachalpe. "Dagegen gibt es kein Rechtsmittel. Die Nutzung der Windenergie für eine umweltschonende Stromerzeugung in diesem Gebiet ist untersagt und vom Tisch."
Weil die steirische Energiegesellschaft Steweag-Steg am Kamm der Terenbachalpe einen Windpark für bis zu zehn Windräder errichten wollte, hat der Kainacher Gemeinderat im Oktober 2011 die Umwidmung des benötigten Freilandes für die Sondernutzung Windkraft beschlossen. Auch der Beharrungsbeschluss im März wurde einstimmig gefällt.
Mit diesem kürzlich erlassenen Bescheid richtet sich die FA 13 B, zuständig für Bau- und Raumordnung, gegen den erklärten Willen der Agrargemeinschaft Terenbachalm als Grundbesitzer und des für die Baubewilligung zuständigen Kainacher Gemeinderates. "Auch unsere Bevölkerung, die bei Informationsveranstaltungen und Besichtigungen umfassend informiert wurde, steht hinter dem Projekt", betont Schriebl.
Als Grund für die "Versagung" der Genehmigung führt die FA das bedrohte Landschaftsbild und die gefährdete Lebensraum- und Bestandssituation des Birkhuhnes an. Dessen Lebensraum werde durch den Bau der Windkrafträder zerschnitten. "Unsere Bauern sind es, die das Landschaftsbild und den naturnahen Raum erhalten. Würden diese die Almen nicht bewirtschaften, gebe es dort längst kein Birkhuhn mehr", führt der Bürgermeister ins Treffen. Für ihn unverständlich ist es, dass die Steweag-Steg, überwiegend im Besitz des Landes, ein Projekt planen kann, welches vom Mehrheitseigentümer, dem Land Steiermark, wieder untersagt wird. "Mit dieser Art von Politik fördert man den Niedergang der Wirtschaft. Die Folge wird sein, dass man in zehn bis 15 Jahren überhaupt nichts mehr machen darf. " Um verbittert hinzuzufügen: "Wir wollen nicht heucheln und nach dem Florianiprinzip agieren. Für uns ist klar: Uns ist die Windkraft auf unseren Almen lieber als die Atomkraftwerke an der Grenze. Ja zur Windkraft im Einklang mit der Natur. Wir waren und sind uns bewusst, dass es vor allem während der Bauphase zu Eingriffen in den Naturraum kommt. Dass aber laut unseren Informationen, bald nach Bauabschluss die Normalität im höchsten Maße wieder zurückkehrt."








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