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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2010 um 20:30 UhrKommentare

Zwei Tage lang wandern

Seit 1986 sind sie immer wieder im Juni unterwegs: Zum 25. Mal machen sich Wallfahrer aus Gallmannsegg auf den Weg nach Mariazell.

Rekordverdächtig sind die beiden Gallmannsegger Brüder Peter und Hubert Murgg: Sie begeben sich nämlich vom 18. bis 20. Juni wieder auf Wallfahrt nach Mariazell - zu Fuß. Und das bereits zum 25. Mal.

"Begonnen hat es 1986", erinnert sich Hubert Murgg. "Damals entdeckte ich ein Foto, das Kainacher Fußwallfahrer im Jahr 1936 in Mariazell zeigt. Das brachte mich auf die Idee. Also machten wir uns 50 Jahre danach wiederum auf den Weg."

"Wir": Das waren Hubert und Peter Murgg sowie Johann Kolb. "Im Jahr darauf schlossen sich mein Bruder Hans und meine Schwägerin Christa an", ergänzt Peter Murgg. "Seither haben wir kein einziges Jahr ausgelassen, im Juni machen wir uns immer wieder auf den Weg über die Almen zum obersteirischen Gnadenort."

Wetter

Waren es vor 25 Jahren noch drei Pilger, so nahmen im Jahr darauf bereits 13 Wanderer den beschwerlichen Weg in Angriff. Meist ist die Wallfahrergruppe zwischen 20 und 25 Personen stark. "Wir haben auf unseren Märschen schon allerhand erlebt", schmunzeln die Vier. "Vom Prachtwetter über wolkenbruchartige Regenschauern bis hin zu Schneestürmen, aufgegeben haben wir jedoch nie."

Wenn das Wetter Touren über Berggipfel nicht erlaubt, werden Ausweichrouten in tieferen Lagen begangen. Mehr als 500 Personen haben sich in den 25 Jahren den Anforderungen der Fußwallfahrt gestellt. Bisher mussten erst sechs den Marsch abbrechen.

Verständlicherweise sind die Strapazen des Zweitagemarsches außergewöhnlich. "Das Gemeinschaftserlebnis, die Kameradschaft, die sich jedes Mal bildet, und das Erreichen des Gnadenortes entschädigen jedoch für alles. Wir werden auch von Daheimgebliebenen gebeten, in der Basilika von Mariazell Kerzen anzuzünden oder ein Gebet zu sprechen", so Hubert Murgg, der vor allem für die spirituelle Betreuung auf dem Weg zuständig ist. Für das Organisatorische - wie das Bestellen der Hüttenquartiere - sorgt Christa Murgg, die ergänzt: "Schwager Peter ist der ruhende Pol."

"Am Sonntag, nach dem Hochamt vor dem Gnadenbild, erhält jeder der Pilger ein ganz persönliches, handgefertigtes Erinnerungsgeschenk, das von uns gebastelt worden ist. Wenn wir das übergeben, hat meistens jeder von uns Tränen in den Augen" weiß Hans Murgg.

KARL MAYER

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