Kinder schreiben sich ein Geschichtenbuch
In der Kainacher Bibliothek kann man das Werk anschauen, aber nicht ausborgen.
Begonnen hat es bei einem Lesevormittag in der Bücherei in Kainach. Damals durften die Kinder der Volksschule Kainach nicht nur in Büchern schmökern, sondern auch selbst verfasste Gedichte und Verse vortragen. Lehrer, Bücherei-Mitarbeiter, Eltern und Großeltern waren begeisterte Zuhörer.
"Wir wollen ein eigenes Geschichtenbuch machen", beschlossen daraufhin die 41 Mädchen und Buben. Volksschuldirektorin Hermine Kolb sowie die Pädagoginnen Helma Birnhuber und Susanne Eckhart fanden die Idee großartig. Spannende Geschichten, lustige Gedichte und Zeichnungen waren bald zu Papier gebracht. Auch wenn die "Taferlklassler" noch nicht alle 24 Buchstaben des Alphabetes gelernt hatten - sie meisterten diese Hürde mit ein wenig Nachhilfe.
Susanne Eckhart suchte und fand in Manfred Jandl aus Moosing einen Fachmann, der sich sofort bereit erklärte, den Kindern das Buchbinden vorzuführen. Auch für ihn war es Neuland, erstmals vor so vielen neugierigen Schülern seinem Hobby nachzugehen.
Mitte April war es endlich soweit, die Volksschule Kainach wurde zur Buchbinderei umfunktioniert. Die beschriebenen Blätter wurden sortiert, in die so genannte "Klotzpresse" eingespannt und verleimt. Der Buchrücken folgte, ebenso wie der Einband aus Karton. In der Buchpresse konnte das gemeinsame Werk schließlich trocknen.
Mit stolz geschwellter Brust marschierten die Buben und Mädchen der Volksschule zur Kainacher Bibliothek, um ihr Geschichtenbuch an die Leiterin, Gerti Gruber, zu übergeben. "Das Sammelwerk kann in unserer Bücherei besichtigt und gelesen werden", sagt Gruber. "Ausborgen und mitnehmen darf man es allerdings nicht. Man soll sich also schon einige Minuten Zeit nehmen, wenn man in dem Buch ein wenig schmökern will."









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