Opferstockdiebe "verscheucht"
Anton Kasseroler bezeichnet sich als "Mädchen für alles" in der Edelschrotter Pfarrkirche. Der Mesner kümmert sich auch um den Blumenschmuck.
Einer Wehrkirche gleich liegt inmitten des Ortes Edelschrott die dem Heiligen Laurentius geweihte Pfarrkirche. Das Gotteshaus ist von einem Hof mit einer noch teilweise erhaltenen Friedhofsmauer eingegrenzt. Im Kirchhof einbezogen ist auch das Kriegerdenkmal, ein Werk der beiden Bildhauer Franz Josef Unterholzer und Sepp Wehovz. Urkundlich wird die Pfarre erstmals 1245 als "Gelenschrot" erwähnt. Der Gitterrost, Attribut des Pfarrpatrons - Laurentius wurde auf einem Gitterrost bei lebendigem Leib verbrannt - fand auch in das Gemeindewappen von Edelschrott Aufnahme.
Vom ursprünglich romanischen Bau der Kirche ist heute noch der wuchtige Turm mit einem tonnengewölbten Chor erhalten. An den Turm schließt östlich der kleine gotische Chor an. Er diente als Sakristei und ist jetzt als Wochentagskapelle eingerichtet, in der sich ein Bildnis des Heiligen Laurentius befindet. Auf diesem Gemälde ist übrigens die älteste Darstellung von Edelschrott zu sehen.
Wachsames Auge
Einer, der dieses Bild schon unzählige Male betrachtet hat, weil er häufig in der Pfarrkirche des Ortes anzutreffen ist, ist der Pensionist Anton Kasseroler. Er ist gemeinsam mit Karl Lang und Renate Pressler für den Mesnerdienst verantwortlich. Und betreut zudem die Außenanlagen, sorgt für den Blumenschmuck oder richtet die Messgewänder vor jedem Gottesdienst. "Ich bin sozusagen das Mädchen für alles", scherzt der rüstige Edelschrotter. Er wurde in Schönau bei Meran in Südtirol geboren, kam mit seiner Familie aber schon 1940 nach Österreich und lebt seit knapp 50 Jahren in Edelschrott.
Seit seiner Pensionierung übt der 81-Jährige das Amt des Mesners aus. "Ich bin es seit meiner Kindheit in Südtirol gewohnt, dass ich schaue, wo es etwas zu richten gibt und mich dann auch dafür zur Verfügung stelle", so Kasseroler.
Sein häufiges Stelldichein in der Pfarrkirche hat nicht nur mit seinen Obliegenheiten zu tun: Der pensionierte Schulwart hat auch ein wachsames Auge auf die Innenausstattung des Gotteshauses. "Einmal konnte ich einen Opferstockdieb auf frischer Tat ertappen, der suchte sofort das Weite", erinnert sich der Mesner.
Er berichtet auch, dass die Figur des Johannes des Täufers, welche derzeit beim Taufbecken angebracht ist, bereits einmal gestohlen worden war. "Der Fall konnte glücklicherweise aufgeklärt werden, die Figur kam wieder zu uns."
An der Pfarrkirche imponiert Anton Kasseroler vor allem der Hochaltar, auch die beiden Seitenaltäre, der Josef- und der Marienaltar, haben es ihm angetan. "Leider ist mein Namenspatron, der Heilige Antonius, nicht in unserem Gotteshaus vertreten", bedauert der 81-Jährige. Ihm trage ich meine besonderen Anliegen vor."
Features
WOHLTÄTER
Grundstein. Der Grundstein zum heutigen Kirchenschiff wurde am 26. April 1780 gelegt. Ein Wohltäter des Neubaues war der 1702 in Edelschrott geborene Johann Adam Penz, seines Zeichens Rektor der Universität Wien.
Wandmalereien. Die Pfarrkirche ist ein großer, aus Stein errichteter Bau mit einer Länge von 37 Metern, einer Breite von 13 und einer Höhe von 15 Metern. Das Schiff des Gotteshauses war einst mit Wandmalereien geschmückt. Diese wurden 1960 übermalt. Auch die Außenfront war früher verziert. So schmückte die Südseite ein monumentaler Christophorus. Im Zuge der Kirchenrenovierung 1985 wurde der Außenputz abgeschlagen und diese historische Wandmalerei zerstört.







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