Am Ende heißt es Hintern hoch und Aloha
Morgen lädt Bärnbach zur ersten Faschingsparade. Das Männerballett hat fleißig geübt. Eine Probe zwischen Baströckchen und Blumen.
Ich hab' noch Sand in den Schuhen aus Hawaii, und mein Herz ist ohne Ruh'." Sanft schaukeln die Klänge von Bata Illic in die Gehörkanäle wie das Rauschen des Meeres oder das Wogen der Palmblätter im Wind. Wegträumen könnte man sich, in ferne Gefilde abtauchen. Doch - "Nein. Stopp. Aus. Den Brustshake haben wir nur einmal gemacht. Dann das Hinternwackeln und erst danach der Kreis." Die forsche Stimme von Werner Langmann durchbricht das Hawaii- Idyll. Der 38-jährige Kranführer ist immerhin der Kopf des sechsköpfigen Männerballetts des Bärnbacher Faschings. "Und wir wollen die Leute zwar zum Lachen animieren, aber die Choreografie soll trotzdem richtig sein."
Hawaii und Dschungel
Dieses Jahr will die sechs Mann starke Truppe bei den Paraden (die Premiere ist morgen am 7. Jänner, siehe rechts) mit zwei sehr unterschiedlichen Nummern auftanzen. In Ganzkörperpelzkostümen beim Dschungelbuch und in schicken orangen Baströckchen beim Hawaii-Tanz. Scham ob der vielen nackten Haut gibt es dabei nicht. "Ich bitte Sie, wir sind Männer. Wir haben kein Schamgefühl", lacht Helmut Nißl. Haben sie doch auch schon vieles gemacht - vom Cheerleading über Bauchtanz, Riverdance bis hin zu den Chippendales (bekleidet nur mit Stock und Hut). Eitelkeit kommt dabei übrigens nicht auf. "Nein, kein Fitnessstudio oder Solarium vor den Auftritten", bestätigt Karl-Heinz Hanus. "Wir sind doch natürlich schön." Zumindest wenn der Blumen-BH richtig sitzt. Was für Guido Alt nicht so leicht ist: "Wie zieht man so etwas an, ich kenne das eher vom Ausziehen." Auch Ohrringe sind nicht jederManns Sache. Karl-Heinz Hanus: "Ich habe einfach zu kräftige Ohrlapperln. Das geht nicht." Muss aber. Ebenso wie die Schminke beim Auftritt. "Das ist das Allerschlimmste", sind sich die Männer einig.
Männer in weiblicher Hand
Und eigentlich haben die quietschbunten Diven auch mit Tanzen gar nichts am Hut - ähm, an der Blume. Da wackeln bei den Proben die Hüften nicht immer ganz im Takt, und hie und da wuseln Baströckchen schon mal in die falsche Richtung. "Aber unsere Choreografin schafft es immer wieder, die Schritte doch in uns reinzuklopfen", sagt Langmann, der schon seit elf Jahren im Fasching das bunte Tanzbein schwingt. Warum eigentlich? "Ja, das fragen wir uns auch jedes Jahr aufs Neue", schmunzelt er und findet dann doch ein paar Gründe. "Weil Fasching und Verkleiden einfach Spaß machen. Weil es schön ist, die Leute zum Lachen zu bringen. Und ganz ehrlich, der Applaus. Eigentlich geht es nur um den Applaus." Und den gibt es sicher auch heuer. Wenn es am Ende der Vorstellung heißt: Hintern hoch und Aloha!








