Bezirkshauptmann-Ära geht dem Ende zu
Nach mehr als 16 Jahren geht zu Jahresende die Ära von Bezirkshauptmann Hofrat Klaus Mayr mit "zwei lachenden Augen" zu Ende.

Foto © Reuters/FoegerAbschied von Klaus Mayr als Bezirkshauptmann
Für viele kommt es überraschend, andere haben schon davon läuten gehört: "Es stimmt, mit Jahresende übergebe ich das Haus. Mein derzeitiger Stellvertreter Franz Schweighofer wird die Bezirkshauptmannschaft Voitsberg interimistisch führen, bis eine Entscheidung fällt, wer Nachfolger wird", bestätigt Bezirkshauptmann Klaus Mayr, dass er demnächst in den "Unruhestand" wechselt.
"Immer früh dran". "Ich gehe nicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge, sondern mit zwei lachenden: nämlich eines nach hinten und eines nach vorne gerichtet", schmunzelt der Maria Lankowitzer, der in Kainach geboren wurde. "Ich war in meinem Leben immer früh dran. Das begann schon mit der Volksschule, danach maturierte ich mit 17 Jahren im Oeverseegymnasium in Graz und studierte nach dem Bundesheer in Rekordzeit Jus. Nebenbei habe ich mir in den Semesterferien Geld mit Jobs in Deutschland verdient. Nach Hause ging es immer per Autostopp durch Westeuropa über Belgien, Paris und die Schweiz", gerät der Weststeirer ins Schwärmen.
Hobbys. Kein Wunder, dass Reisen und Motorradfahren zu seinen bevorzugten Hobbys zählen, für die er bald mehr Zeit hat. "Seit einigen Jahren bin ich mit dem Wohnmobil unterwegs, das ist für mich der schönste Urlaub. In der Früh weiß ich zwar, dass ich meinen Bett schlafe, aber nicht wo es steht." Mayr hätte schon mit 60 Jahren in Pension gehen können, aber "meine Leute warteten nicht darauf. Dennoch war es mein Ziel, nicht zu lange zu bleiben", begründet er, warum er seinen Dienst in der BH Voitsberg nach 38 Jahren beendet: Nach sechzehneinhalb Jahren als oberster Beamter der Region.
Kommen und gehen. "Man lernt im Bezirk Land und Leute kennen. Ich leitete vorher Rechtsreferate und kam in fast jeden Graben. Ich habe auch ein Kommen und Gehen bei den Verantwortungsträgern in der Region erlebt, vier Gerichtsvorsteher, mehrere Gendarmerie- bzw. Polizeikommandanten und nur noch drei Bürgermeister, die in meiner gesamten Ära im Amt waren", zieht Mayr Resümee über seine Amtstätigkeit der Superlative.
Hobbysportler. "An dem Beruf begeisterte mich die große thematische Bandbreite, da kann es einem nie langweilig werden." Gut erinnert sich der Hobbysportler an die ersten Jahre, als man noch Zettel mit der Aktenzahl ausfüllen und vom Chef unterschreiben lassen musste, um ein Auswärtstelefonat führen zu können, oder an mitstenografierte Verhandlungen an Ort und Stelle, ehe Diktiergeräte zum Einsatz kamen.
Keine Ratschläge. Zum Schlagwort "Der Bürger ist unser Kunde" meint der 63-jährige Familienvater einer erwachsenen Tochter: "Wir sind für die Bürger da, mit Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft. Wir dürfen nicht das Amtskapperl aufhaben, aber auch keine Kumpane sein." Seinem Nachfolger will er keine Ratschläge geben: "Ich würde mich freuen, wenn es wer aus unserem Haus wird, aber die Entscheidung trifft die Landesregierung. Jeder muss seine Spur selber legen. Ich habe mich immer bemüht, für meine Leute da zu sein und mich parteipolitisch nicht punzieren zu lassen. Man ist in dieser Funktion kein Politiker."













