Wenn die Kehle trocken bleibt: Gastronomen schlagen Alarm
Die Gastronomen des Bezirkes schlagen Alarm. Zwar kommen immer mehr Touristen in die Weststeiermark. Doch das Angebot an gut ausgebildetem Personal nimmt stetig ab. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht.

Foto © KratzerZahlreiche Ausflugsziele locken in die Weststeiermark
Ob Schilcher-Weinstraße oder Lipizzanergestüt Piber - immer mehr Touristen entdecken die kleine, aber feine Weststeiermark als Urlaubs- und Ausflugsdestination für sich. Doch was ein echter Tourist sein will, muss auch entsprechend mit Kost und Logis versorgt werden. Mittlerweile ein schwieriges Unterfangen - sagen zumindest Gastwirtschaft und Hotellerie.
Qualifizierte Mitarbeiter gesucht.
"Es gibt ganz einfach nicht genug qualifizierte Mitarbeiter", ärgert sich Günter Bardel vom Gasthof Piberwirt. Stellensuchende, die vom Arbeitsamt geschickt würden, hätten entweder nicht die richtige Qualifikation oder würden die Arbeit letztlich doch nicht annehmen.
Lage.
Das will AMS-Chef Gottfried Schmidt so nicht stehen lassen: "Viele unserer Gastronomiebetriebe liegen sehr exponiert." Außerdem würde vielfach ein Arbeitseinsatz von acht bis 22 Uhr mit einer Pause am Nachmittag gefordert. "Für Eltern eines kleinen Kindes ist das ganz einfach nicht möglich", meint Schmidt. Vor allem wenn es an der dafür nötigen Kinderbetreuung fehle.
Prekär.
Schmidt gibt aber zu: "Die Situation im Gastgewerbe ist natürlich besonders prekär. Köche und Kellner finden ja auch außerhalb des Bezirks Arbeit." Noch dazu sei die Verdienstmöglichkeit in Saisonbetrieben in Westösterreich meist deutlich besser als in der Weststeiermark.
Schwarze Schafe.
"Hinzu kommt, dass es unter den Gastronomen einige wenige schwarze Schafe gibt", bezieht Schmidt für die Arbeitnehmer Stellung. In diesen Betrieben würden Mitarbeiter in der Regel nur kurz arbeiten.
"Per 30. September 2007 sind 160 Stellensuchende 19 offenen Stellen in der Gastronomie gegenüber gestanden", weiß Schmidt. Viele arbeitslos Gemeldete hätten aber eine Wiedereinstellungszusage von ihrem alten Betrieb.
Kritisch sieht Gastronom Bardel auch den Punkt Lohnnebenkosten: "Wenn man alles zusammenrechnet, kostet ein Mitarbeiter einfach sehr viel."
Hohe Personalkosten.
Ähnlich sieht das Hubert Reinisch, Sprecher der Sparte Gastronomie der Wirtschaftskammer Voitsberg: "Die Personalkosten sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, die Gewinne hingegen kräftig nach unten gegangen." Eine Personalreduktion macht für Reinisch aber wenig Sinn. Weniger Köche und Kellner würden ganz einfach auch weniger Umsatz für den Betrieb bedeuten.
Familieneinsatz.
Bardel hat Glück. Auch wenn er noch immer auf der Personalsuche ist, kann er auf die Hilfe seiner Familie zählen. "Vor allem am Wochenende sind wir alle im Einsatz - Tante und Nichte inklusive", ist er froh.













