Frust bei Rotem Kreuz sorgt für Wartezeiten
Längere Wartezeiten für die Patienten und Abschiede mehrerer Ehrenamtlicher: Beim Roten Kreuz in Voitsberg läuft es nach dem Prozess im Frühjahr noch nicht rund, die Konkurrenz wittert ihre Chance.

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Eigentlich hätte im heurigen Sommer auf der Dienststelle des Roten Kreuzes Voitsberg-Köflach Ruhe einkehren sollen. Nach turbulenten Monaten rund um den Zivilprozess eines gefeuerten Mitarbeiters, der auf Wiedereinstellung geklagt hatte und wo die halbe Dienststelle zur Zeugenaussage geladen war, wollte man sich wieder auf das Wesentliche - die Rotkreuz-Arbeit - konzentrieren. Ganz scheint das aber bis heute nicht gelungen zu sein, die Arbeit soll alles andere als rund laufen, die Wartezeiten für die Patienten werden dafür immer länger.
Mehr Einsätze für die Konkurrenz.
Darauf weisen zumindest die Beobachtungen der Konkurrenz hin. Gerhard Prall vom Grünen Kreuz in St. Stefan ob Stainz: "Wir bekommen in den letzten Wochen immer mehr Einsätze aus dem Bezirk Voitsberg." Die "Grünen" haben in Köflach mittlerweile eine Garage angemietet, zwei Krankenwagen sind in der Lipizzanerstadt fix stationiert.
Abschiede.
Während die Konkurrenz also aufrüstet, sollen beim Roten Kreuz in den vergangenen Monaten etwa 15 freiwillige Mitarbeiter "die Uniform zurückgegeben haben", wie die Quittierung des Dienstes im Rotkreuz-Jargon heißt, andere ließen sich beurlauben oder wechselten in andere Dienststellen. Was Bezirksgeschäftsführer Aldo Striccher bestreitet: "Diese Zahl ist aus der Luft gegriffen. Lediglich zwei Mitarbeiter sind nach Lieboch gewechselt." Was Striccher zugibt, ist, dass man in den vergangenen Wochen mit dem "üblichen Sommerloch" zu kämpfen hatte, außerdem leide man unter dem Zivildienermangel. Die Wartezeiten seien nicht länger als sonst, man bekomme positive Rückmeldungen aus Bevölkerung und Krankenhäusern.
Klimatische Probleme.
Was sich beim LKH Voitsberg etwas anders anhört. "Manchmal wartet man ewig, da denkt man sich schon, ob man nicht besser das Grüne Kreuz anruft", erzählte ein Arzt, der anonym bleiben will, der Kleinen Zeitung. Und: "Man merkt, dass beim Roten Kreuz das Klima rauer geworden ist, die Zusammenarbeit ist nicht die, die sie einmal war." Die "klimatischen Probleme" rühren noch vom Prozess her, der intern einige Risse schuf, die bisher nicht gekittet werden konnten. Dass man diese Auseinandersetzungen "noch nicht ganz verdaut" habe, bekennt auch Striccher. Doch der Geschäftsführer sieht "das gesamte Team auf einem guten Kurs", die Stimmung werde immer positiver.













