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    Zuletzt aktualisiert: 21.07.2012 um 19:44 UhrKommentare

    Marco Angelini "Es ist ein hartes Geschäft"

    DSDS-Star Marco Angelini (28) über "Casting-Opfer", seine Freundin im Lavanttal und den WAC.

    Foto © AP

    Durch die Teilnahme an "Deutschland sucht den Superstar" (DSDS) sind Sie richtig bekannt geworden. Wie kam es zum Casting?

    MARCO ANGELINI: Man kann sagen, ich bin ein Casting-Opfer. Nein, das ist übertrieben (lacht). Ich habe beim Handball in der Dusche immer gesungen. Und die Burschen haben zu mir gesagt: Hey, du kannst ja gar nicht schlecht singen. Geh zu einem Casting. Bei "Starmania" war ich dann drei Mal, bei DSDS früher auch schon, bei X-Factor und bei Sing und Win. Ich habe es nie aufgegeben. Mit 27 habe ich gesagt, ich will es noch ein letztes Mal probieren. Wenn es jetzt nichts wird, dann nie. Das Schicksal hat es gut gemeint.

    Sie haben DSDS als Knast bezeichnet. Warum?

    ANGELINI: Für DSDS habe ich eher gemischte Gefühle. Ich bin jetzt mit dem Ganzen im Reinen. Es ist ein Sprungbrett und eine Chance, die du im Leben so nicht bekommst. Man muss wissen, was das für einen Werbeeffekt hat. Das ist unbezahlbar. Das war immer ein Traum von mir. Dass so eine Show auch seine Schattenseiten hat, ist bekannt. Castingshows sind gefährlich für junge Leute, weil man irgendwo reingeworfen wird. Es ist ein hartes Geschäft. Es ist wichtig, dass man schon einen Beruf hat. Es wird nicht viel Rücksicht genommen.

    Dieter Bohlen haben Sie auch kritisiert. Was hat Sie so gestört?

    ANGELINI: Mit Dieter Bohlen habe ich nicht so das Problem, sondern mit dem Format an sich. Ihn kenne ich persönlich ja nicht. Man merkt, dass es manchmal nicht zu 100 Prozent um die Musik geht. Dass teilweise Kandidaten mehr gepusht werden und andere es schwieriger haben. Es ist einfach eine Unterhaltungsshow. Sehr viele gute Musiker gehen hin und sind dann enttäuscht. Oft hat das nichts mit der Musik zu tun, sondern wie sehr man eine Person vermarkten kann. Man hört auch oft, dass man genau weiß, worauf man sich da einlässt. Aber genau das ist nicht so.

    Bei DSDS wurden Sie wiederum kritisiert, keine Ecken und Kanten zu haben. Ist das so?

    ANGELINI: Ich würde mich nie so weit aus dem Fenster lehnen und sagen, dass ich perfekt bin. Man kann nur sein Bestes versuchen. DSDS versteht darunter etwas anderes. Nur weil ich mich dort nicht hingestellt habe und blöde Sprüche abgeliefert habe oder keinen Streit angezettelt habe. Ich bin es ruhig angegangen. Für mich war es wichtig, musikalisch zu überzeugen und nicht den Kasperl runterzuspielen. Wenn man als Mediziner den Sprung wagt, um seinen Traum auszuleben, dann sind das für mich Kanten und Ecken genug.

    Sie wollten doch ein DSDS-Enthüllungsbuch schreiben . . .

    ANGELINI: Das DSDS-Buch wurde von den Medien aufgebauscht. Dass ich etwas preisgeben will, ist nicht meine Art. Mir ist wichtig, jungen Leuten, die mich oft fragen, einen Leitfaden zu bieten.

    Was nehmen Sie von DSDS mit?

    ANGELINI: Erfahrung, die man nur ein Mal im Leben bekommt. Ich habe immer schon geträumt, berühmt zu werden. Das sind Teenie-Träume. Dass man auf einem Poster zu finden ist, auf der DSDS-Bühne steht. Ich habe musikalisch viel mitgenommen, weiß, wie es im Musik-Business zugeht. Ich habe auch menschlich viel dazugelernt und bin selbstbewusster geworden.

    Sie wurden immer als "Strahlemann" bezeichnet. Sind Sie ein lebensfroher Mensch?

    ANGELINI: Ich bin im Sommer geboren und sehe grundsätzlich alles positiv. Das war bei DSDS nicht gespielt. Das heißt aber nicht, dass es die anderen Seiten nicht gibt. Ich bin auch oft kritisch, nachdenklich und es gibt Tage, an denen es mir nicht gut geht.

    Sie haben seit Jahren eine Freundin aus dem Lavanttal. Wie kennen gelernt?

    ANGELINI: Ich war mit meinem Band-Kollegen in Graz unterwegs und er sagt zu mir: "Schau, da is a fesches Mädel, de hat a Liedermappe dabei." Von da an haben wir uns öfter getroffen. Sie macht nämlich auch Musik.

    Sind Sie deshalb öfter im Tal?

    ANGELINI: Hin und wieder. Künftig vor allem, weil der WAC aufgestiegen ist. Ich möchte mir ein paar Spiele ansehen. Ich finde es super, dass ein Kärntner Klub da oben mitspielt.

    Gibt es da nicht auch eine gewisse Kärntner-Steirer-Rivalität unter den Familien?

    ANGELINI: Den einen oder anderen Steirer-Witz muss man sich bei den Feiern schon anhören. Manchmal ist es etwas hart, da sitzt man in der Runde und ist der einzige Steirer (lacht). Ich kann da aber schon Kontra geben.

    Wie ist Ihre Freundin mit Ihrem Erfolg umgegangen?

    ANGELINI: Es war keine leichte Zeit. Ein Mensch allein ist nicht dafür geschaffen, so im Rampenlicht zu stehen. Umso wichtiger ist es, dass man Leute hat, die hinter einem stehen. Es ist für einen Partner sicher nicht lustig, danebenzustehen. Deshalb rechne ich ihr das hoch an und bin froh, dass ich sie in dieser Zeit gehabt habe.

    MARTINA SCHMERLAIB

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    Kleine Zeitung Marco Angelini über Castingshows

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