Kunterbuntes Durcheinander im Radiomuseum Hirschegg
Im Radiomuseum Hirschegg findet man Simon Riedls Sammelstücke. Vom Radio bis zur selbst gebauten Dampfmaschine ist da alles dabei.
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Mein Leben war schon immer ein kunterbuntes Durcheinander", schmunzelt Simon Riedl - Sammler und Besitzer des Radiomuseums in Hirschegg. Vor mehr als 50 Jahren hat er hier ein Haus samt Stadl gebaut. Der Stadl hat mittlerweile eine neue Funktion. Von oben bis unten ist er mit Riedls Fundstücken gefüllt. "Weil Sammeln schon immer meine große Leidenschaft war", sagt Riedl.
Schon als Kind - er wuchs als eines von neun Geschwistern auf - behielt er alles, was er gefunden oder irgendwo bekommen hat. Wegen häufiger Krankheiten war eine Übernahme des elterlichen Bauernhofes ausgeschlossen. So hatte er auch schon als Kind viel Zeit zum Basteln. Im Alter von sechs Jahren baute er eine Dampfmaschine. Sie ist heute eines von Riedls Lieblingsstücken im Museum.
Sammeln, nicht verkaufen
So wie ein Motorrad, das er als Geschenk bekommen hatte. Ein Besucher aus den Niederlanden hat es einmal entdeckt und war begeistert. "Mit diesem Motorrad bin ich früher Rennen gefahren." Ein Foto und das Überprüfen der Seriennummer bewiesen, dass es sich tatsächlich um dasselbe Motorrad handelte. Einem Verkauf hat Riedl aber dennoch nicht zugestimmt. "Ich bin Sammler, kein Händler", so sein Leitspruch. Wer etwas kaufen möchte, ist bei ihm an der falschen Adresse.
Genauso wie jene, die sich ein fein säuberlich beschriftetes Museum erwarten. "Ich kann eh zu allem eine Geschichte erzählen", wollte Riedl gar nie ein Museum machen. Und auch eine Klimaanlage oder spezielle Konservierungsvorrichtungen sucht man vergeblich. "Ich lüfte regelmäßig. Im Dreijahresrhythmus wird abgestaubt und ich lasse die Spinnen im Museum leben." Wo Spinnen sind, sei das Raumklima nämlich in Ordnung. Und um lästige andere Insekten brauche man sich dann auch nicht zu kümmern.
Alles in allem, kein klassisches Museum. Dem Bürgermeister zuliebe, der mit Riedls Museum den Tourismus ankurbeln wollte, hat er es Radiomuseum genannt. Und tatsächlich findet man etwa 500 Radios hier. Aber eben auch unzählige Werkzeuge, ein altes Grammofon, viele Uhren und die eine oder andere kleine Werkstatt. "Ich repariere die Radios und Uhren selbst", hat der 85-Jährige kein Problem mit Zittern oder schlechten Augen. "Einmal habe ich eine völlig kaputte Uhr bekommen", erinnert er sich. "Den ganzen Winter bin ich gesessen, habe einen Teil sogar nachgeschnitzt." Als der ursprüngliche Besitzer wiederkam, hat er seine Uhr gar nicht wiedererkannt. "Wiederkommen tun fast alle." Denn wer Riedl einmal besucht hat, möchte immer mehr von seinen Geschichten aus der alten Zeit hören.
Features
FAKTEN
Der Weg zum Radiomuseum Hirschegg ist bereits im Ort gut ausgeschildert.
Öffnungszeiten: Das Museum ist grundsätzlich immer geöffnet. Um telefonische Voranmeldung unter der Nummer (03141) 23 65 wird jedoch gebeten.
Der Eintritt ist frei. Simon Riedl führt Besucher sehr gerne persönlich durch seine Sammlung.
















