Das ganze Leben in der Rauchküche
Im Stadtmuseum Köflach sind wertvolle Exponate aus dem Bezirk ausgestellt. Mit Ende des Jahres steht jedoch ein Umzug an - wohin ist ungewiss.

Foto © Elisabeth TappaufManfred Kersch mit einer der ersten Waschmaschinen
Das erste Mal wurde Köflach im Jahr 1270 urkundlich erwähnt und als ,chovelach' bezeichnet." Mit diesem interessanten Geschichtsdetail beginnt Manfred Kersch seine Führung durch das Stadtmuseum Köflach, das vor mehr als 60 Jahren gegründet wurde. Seit den 1980er Jahren befindet es sich im ehemaligen Wohnhaus des berühmten Köflacher Arztes und Dichters Hans Kloepfer.
Anfang 2012 haben die Mitglieder des Vereins "Memoseum - Wir machen Museum" die Leitung des Stadtmuseums übernommen und bemühen sich seither um dessen Weiterführung. Doch bis Ende dieses Jahres müssen die Koffer gepackt werden. "Das Haus wurde verkauft", so Ingrid Krasser vom Verein "Memoseum". Sie betont: "Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht. Es gab Gespräche mit dem Bürgermeister, bei denen er uns einen Raum im Kunsthaus in Aussicht gestellt hat. Aber die gesamte Sammlung hätte in einem Raum niemals Platz." Ungewiss bleibt auch, was mit den Ausstellungsstücken wie der "Schweiberger-Schmiede" und dem Reliefabdruck aus der Römerzeit passiert, da sie in den Wänden fest verankert sind.
Rauchküche darf nicht mit
"Die Rauchküche am Dachboden muss leider hier bleiben, da sie denkmalgeschützt ist und nicht ausgebaut werden darf. Dabei stellt gerade die Rauchküche einen großen historischen Wert dar", erklärt Kersch. Denn damals hat sich das Leben hauptsächlich in der Rauchküche abgespielt, "da sie als einziger Raum beheizt war".
Bis zum Auszug am Ende des Jahres erhoffen sich die Mitglieder von "Memoseum" noch viele Besucher, denen sie "das einzigartige Ambiente des Kloepferhauses" zeigen können. "Zusätzlich ist ein umfangreicher Sammelbestand von Exponaten aus dem ganzen Bezirk ausgestellt." In den Räumen werden Themen wie Vor- und Frühgeschichte, Kelten- und Römerzeit und Mittelalter bis zur industriellen Neuzeit behandelt, die Urkunden, Handschriften, Gesteine und Belegstücke aus dem bäuerlichen Leben beinhalten.
Features
FAKTEN
Das Stadtmuseum Köflach wird seit heuer von den Mitgliedern des Vereins "Memoseum - Wir machen Museum" geführt. Bis Ende 2012 befindet sich das Museum im Kloepferhaus in der Bahnhofstraße 24 in Köflach.
Öffnungszeiten: Heute 24. Juni, 1. und 29. Juli, 12. August, 2. und 23. September, 21. Oktober und 4. November von 15 bis 17 Uhr und auf Anfrage für Schulgruppen.
Führungen gibt es an diesen Tagen um 15.30 Uhr sowie für Gruppen nach Vereinbarung unter der Nummer (03144) 2300 oder 0664- 131 02 98.
Der Eintritt beträgt 2,20 Euro für Erwachsene und 70 Cent für Schüler.













