Das Heimatmuseum im Heimathaus
Im Jahr 2000 eröffnete Jakob Moises das Heimatmuseum Erslbauer, in dem sowohl Alltagskultur als auch eine große Zahl an Musikinstrumenten ausgestellt werden.

Foto © KruschFür Leib und Seele - ein Dampfbad fürs Gesäß und die Notenschreibmaschine
Jakob Moises hat eine Leidenschaft. Seit frühester Jugend haben es ihm Blasinstrumente angetan. Klarinette, Saxofon und Posaune spielt er selbst, ist schon in über hundert Formationen aufgetreten. Beim Musikantenstadl, mit den Kernbuam, für Bischof Egon Kapellari und bei Franz Posch. Die Beweisfotos zieren sein ehemaliges Kinderzimmer beim Erslbauer in Geistthal. Nachdem die kleine Landwirtschaft aufgelassen wurde, funktionierte Moises das Heimathaus zum Heimatmuseum um. "Es war eine einfache Entscheidung", sagt er heute. "Entweder alles wegwerfen, oder archivieren und weiter sammeln." Moises hat sich für das Zweite entschieden und den alten Stadl umfunktioniert. "Ein wirkliches Museum ist es nicht", meint er. "Dafür müsste ich mehr beschriften, Sicherheitsvorkehrungen treffen." Denn trittsicher muss man sein, wenn man über die engen Stufen beim Erslbauer nach oben kommen möchte.
Der Alltag im Kleinen
Aber der Aufstieg lohnt sich. Von Werkzeugen über Lampen, Bügeleisen bis über landwirtschaftliches Gerät wird kein Teilbereich des alltäglichen Lebens ausgelassen. Auch dem Weben ist ein Eck gewidmet. "Ich bin ja der einzige Bub unter sechs Schwestern", so Moises. Im Museum sind deshalb nicht nur deren Webstuhl, sondern auch Handarbeitsunterlagen und sogar erste Webstücke zu finden. "Eine meiner Schwestern ist damals nach Vorarlberg gegangen, weil es leichter war, Arbeit zu finden." Als sie davon hörte, das Moises im Jahr 2000 das Museum eröffnen wollte, hat sie ihm sofort ein Andenken geschickt.
"Aber bei vielen Dingen, die ich gefunden habe, habe ich selbst nicht gewusst, was es ist", lacht Moises. Christenschinder, Saubrez'n oder Geburtskorb - Moises musste Vokabel lernen. Umso lieber führt er jetzt Besucher durch seine Sammlung und erklärt, "dass ein Christenschinder eine besondere Ein-Mann-Säge ist." Mit Gewichten beschwert muss die Holzarbeit damit wirklich eine Schinderei gewesen sein. "Und im Geburtskorb wurde meine Schwester zur Taufe getragen."
Eine seiner Schwestern lebt noch immer im Heimathaus, das sie sich mit 350 Instrumenten teilen muss. "Wenn ich schon sammle, habe ich mir gedacht, kann ich ja auch gleich Musikinstrumente sammeln", lebt Moises seine Leidenschaft aus. Das Prachtstück der Sammlung: eine hölzerne Klarinette aus dem Jahr 1780 mit viereckigen Klappen. Außergewöhnlich sind aber auch die Notenschreibmaschine, Knochenflöten und unzählige Langspielplatten. Im Obergeschoss gibt es keinen Fleck, an dem nicht Musik versteckt wäre.
"Und im Untergeschoss auch nicht", lacht Moises, der bei Führungen gerne auch selbst zum Instrument greift und aufspielt. Einmal im Jahr tut er das auch im Rahmen eines großen Festes. Heuer wird beim Erslbauer am 7. Juni "G'sungen, g'spielt und g'lacht". Ab 11 Uhr startet das Programm mit dem Landlerblasen und Kulinarik. Später übernehmen "die Huafschneida". Und natürlich Moises selbst, der das Spielen einfach nicht lassen kann.












