Wenn die Matura zum Greifen nahe ist
Nach langer Zeit des Lernens wird es für 157 Voitsberger Schüler ernst: Die Matura steht vor der Tür. Zwei Maturanten nehmen sich neben dem Lernstress Zeit für ein Maturatagebuch.

Foto © TappaufViktoria Marcher will nach der Matura Volksschullehrerin werden. Jakob Marcher ist für die schriftliche Matura gut vorbereitet,
Nie mehr Schule, keine Schule mehr", hieß es bereits in den frühen 80er-Jahren bei Falco. Für 157 Schüler aus dem Bezirk Voitsberg wird sich diese Aussage in kurzer Zeit bewahrheiten. Viktoria Marcher aus der HLW Köflach und Jakob Marcher aus der BHAK Voitsberg gehören zu diesen Schülern. In einem wöchentlichen Maturatagebuch lassen die beiden Maturanten ab kommender Woche alle Leser der Kleinen Zeitung an ihrem Lernstress teilhaben und berichten, wie es ihnen in der Zeit zwischen schriftlicher und mündlicher Matura geht.
Gemeinsam haben die beiden nicht nur ihre bevorstehende Matura, sondern auch ihren Nachnamen. "Was aber reiner Zufall ist, verwandt sind wir nicht." Die Jahre in der Schule sind für Viktoria und Jakob "wie im Flug vergangen" und sie können es "noch gar nicht glauben, schon vor der Matura zu stehen". Dabei hat es auch "Durchhänger" gegeben, wie Viktoria berichtet: "Aber die hat jeder. Wenn man ein Ziel vor Augen hat, lernt man einfach leichter."
Jedes Fach hat seine Tücken
Der Startschuss zur schriftlichen Matura in Deutsch fiel für Viktoria bereits am Freitag. Montag und Dienstag folgen Rechnungswesen und Englisch. Für die Deutschklausur hat sie seit Wochen Themen ausgearbeitet. Zur Auswahl standen am Freitag eine Problemarbeit oder ein Krimi und ein Innerer Monolog. "Ich kann es zwar schwer einschätzen, aber ich denke schon, dass es gut gegangen ist", berichtet Viktoria nach der Deutschmatura. "Immerhin war mein Lieblingsthema, der Weltuntergang 2012, zu bearbeiten." Der morgigen Rechnungswesenklausur sieht sie positiv entgegen. "Wir wurden von unserer Lehrerin sehr gut vorbereitet. Außerdem gilt bei diesem Fach: Wenn man lernt, kann man auch alles." Für Englisch hat die junge Weststeirerin ebenfalls seit Wochen gestrebert. "Ich habe Übungen aus den Lehrbüchern der vergangenen Jahre durchgemacht und mir viele Phrasen angeschaut. Aber meiner Meinung nach hat jedes Fach seine Tücken." Die mündliche Matura findet zwischen 11. und 13. Juni statt. Dann warten die Fächer Italienisch, Psychologie/Philosophie und Biologie auf Viktoria. Ihre Fachbereichsarbeit aus Biologie schrieb sie über "Genmanipulierte Lebensmittel - die Saat des Bösen".
Nach fünf gemeinsamen Jahren mit ihren Klassenkollegen kommt bei Viktoria ein wenig Wehmut auf: "Unsere Klassengemeinschaft hat immer funktioniert, da wird es schon eine große Umstellung, nicht mehr jeden Tag zusammen zu sein. Aber ich hoffe, dass sich ab und zu ein Kaffeetratscherl ausgehen wird", schmunzelt die Köflacherin.
Einen Plan, was nach der Matura kommen soll, hat sie bereits in petto: "Ich bewerbe mich in Graz an der Pädagogischen Hochschule und der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule, da ich Volksschullehrerin werden will. Sollte es mit der Aufnahmsprüfung nicht klappen, denke ich an ein freiwilliges soziales Jahr."
Nervosität nicht so schlimm
Für Jakob, der die Maturaklasse der BHAK Voitsberg besucht, wird es morgen ernst, wenn die Deutschmatura ansteht. "Die Nervosität hält sich noch in Grenzen. Das habe ich mir schlimmer vorgestellt", erzählt Jakob. Der Deutschklausur sieht er positiv entgegen: "Da ist mir bis jetzt noch immer etwas zum Schreiben eingefallen." Dienstag und Donnerstag folgen Rechnungswesen mit Betriebswirtschaft und Mathematik. "Für die Mathematikprüfung habe ich am meisten gelernt", verrät Jakob. "Obwohl mich das Fach sehr interessiert, habe ich die Befürchtung, dass mir einfache Fehler passieren, indem ich die Angabe zu ungenau durchlese." Bei der schriftlichen Matura dürfen die Schüler der BHAK mit dem Computer arbeiten. "Das Internet ist aber gesperrt", betont Jakob.
Der mündliche Teil spielt sich zwischen 11. und 15. Juni ab. Jakob tritt mündlich in den Fächern Englisch, Naturwissenschaft und Betriebswirtschaft an. "Englisch ist für mich am schwersten. Auswendig Lernen hilft nichts, man muss es verstehen. Ich versuche mich so gut es geht vorzubereiten, indem ich Filme auf Englisch ansehe und mir Vokabeln herausschreibe." Als Spezialgebiet arbeitete Jakob zusammen mit drei Klassenkameraden bereits seit dem vergangenen Jahr an einer Datenbank unter dem Titel "IIS - Inventar-Informationssystem".
Nach der Matura geht es für ihn zum Bundesheer. "Danach hoffe ich auf eine Arbeit. Wenn daraus nichts wird, reizt mich Biomedizinische Analytik an der Fachhochschule Graz. Aber zuerst muss die Matura gut gehen."














