Hans Schabus macht Kunst im Großformat
Hans Schabus machte aus einer steirischen Brücke eine riesige Skulptur.

Foto © BRUGNER
Erstmals groß ins internationale Rampenlicht der Kunstwelt rückte der Bildhauer Hans Schabus 2005, als er Österreich auf der Biennale in Venedig vertrat. Dort ummantelte er den klassischen Hoffmann-Pavillon mit einer monumentalen Bergskulptur, die im Inneren auf sich in die Höhe windenden Holzstegen zu begehen war. Jetzt setzt der gebürtige Kärntner einen weiteren Paukenschlag. Er ließ sich von der Graz-Köflacher- Bahn (GKB) eine Stahlfachwerkbrücke, die 80 Jahre lang Dienste im Streckennetz geleistet hatte, schenken. Sie verbindet als Grenzen überschreitende Großskulptur die deutschen Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beim Dorf Ohne.
Aufgrund der hohen Restaurierungskosten hatte sich die GKB für einen Brückenneubau über die Laßnitz bei Deutschlandsberg entschieden. Ohne das Zutun von Schabus wäre das stählerne Ungetüm unweigerlich im Verdauungstrakt einer Schrottpresse gelandet.
Ideengeber für das Projekt war ein Zeitungsartikel über den Diebstahl einer ausrangierten Eisenbahnbrücke in Tschechien. Dieses Bild setzte sich im Kopf von Schabus, den die Kultur der Eisenbahn immer fasziniert hatte, fest. Als er dann für das international ausgerichtete Skulpturenprojekt "raumsichten" in Niedersachsen eingeladen wurde, schlug er vor, eine alte Eisenbahnbrücke, ihrer ursprünglichen Funktion entkleidet, als bildhauerische Manifestation in die Landschaft zu stellen. Die Jury nickte zustimmend.
Nun begann der schwierigste Teil des Unterfangens. Woher einen solchen feingliedrigen Eisenkoloss nehmen? In Deutschland blieb die monatelange Suche erfolglos, bis Schabus den richtigen Tipp erhielt und mit Franz Polansek von der GKB einen Unterstützer seines Anliegens fand.
Dass die satte 78 Tonnen schwere, über fünf Meter breite und 25 Meter lange Brücke als Ganzes per Sondertransport auf die über 1500 Kilometer lange Reise geschickt werden musste, war eine weitere Erschwernis auf der künstlerischen Reise. "Der Plabutschtunnel war um ein paar Zentimeter zu niedrig. Also mussten wir uns in der Nacht durch die Stadt quälen. Der Gleinalmtunnel wiederum wurde eigens für uns gesperrt", beschreibt Schabus.
Features
Fakten
Hans Schabus wurde am 25. 1. 1970 in Watschig (Kärnten) geboren.
Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien beim österreichischen Künstler Bruno Gironcoli.
Im Jahr 2005 nahm Schabus an der Biennale in Venedig teil.












