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    Zuletzt aktualisiert: 23.04.2012 um 20:30 UhrKommentare

    Familienmärchen im Hause Albrecher

    Die HSG Bärnbach/Köflach hat den Erhalt in der Handball-Liga Austria geschafft. Im Tor wechselten sich in Trofaiach Legende Andreas Albrecher und sein 16-jähriger Sohn Lukas ab.

    HANDBALL. Weil Rafael Sargant verletzungsbedingt und Gerhard Prettenthaler aus privaten Gründen für das im Kampf um den Klassenerhalt entscheidende Spiel in Trofaiach ausgefallen sind, kam es bei der HSG Bärnbach/Köflach zu einem Familienmärchen: Im Tor liefen Vize-Obmann Andreas Albrecher (41) und sein Sohn Lukas (16) erstmals gemeinsam auf das Parkett. "Es war ein ganz eigenartiges Gefühl", erzählt Andreas, der dem Filius nach 45 Minuten Platz gemacht hat. "Und er hat gut gehalten", gab es ein Lob vom Vater. "Wir haben das nie durchgeplant oder gar angestrebt. Obwohl meine Frau schon vor ein paar Jahren scherzhaft gesagt hat, ,Du spielst einfach so lange, bis der Lukas auch so weit ist'", erzählt Andreas.

    Doch vor drei Jahren sollte bei dem ehemaligen Europacup-Torhüter eigentlich Schluss sein. Weil aber die Personalsituation im Tor der HSG immer wieder prekär war, zog er sich als Edelhelfer immer wieder den Tormannpullover über. Jenen Pullover, den sein Sohn schon als kleiner Bub immer gerne angezogen hat. "Er hat schon als Bub immer gerne die Videos von meinen Spielen angeschaut. Es hat ihm immer getaugt."

    Ball-Wechsel

    Dennoch begann Lukas zunächst Fußball zu spielen, erst mit neun Jahren wechselte er zum Handball. "Und dann hat er sich sofort ins Tor gestellt. Ich habe das nie verlangt, habe es ihm aber auch nicht ausgeredet. Aber jetzt bin ich schon sehr stolz auf ihn", sagt Andreas Albrecher.

    Dass Väter von Handball-Torhütern auch sehr emotional reagieren können, hat man in dieser Runde in Ferlach gesehen. Dort hat Peter Blaha auf der Tribüne die Schwester von Raul Santos geschlagen, nachdem der Leoben-Stürmer seinen Sohn Lukas im Ferlach-Tor im Gesicht getroffen hatte. "Ich kann nicht viel dazu sagen, weil ich nicht dabei war. Aber das hat im Sport absolut nichts verloren", sagt Albrecher senior.

    Schüsse ins Gesicht seien im Handball nichts Außergewöhnliches und es soll schon Spieler geben, die das zuweilen absichtlich machen. "Aber beim Spielstand von 22:22 nach 42 Minuten macht das keiner mehr. Da will man das Tor machen", spricht er Raul Santos indirekt von diesem Vorwurf frei. "In Trofaiach hat es keinen Grund gegeben, auf irgendjemanden loszugehen", sagt Albrecher.

    Für die nächste Saison wird ein neuer Torhüter gesucht. Lukas Albrecher wird wie auch der zweite U20-Tormann Philipp Gotthard behutsam aufgebaut. "Es gibt da keinen Zeitplan. Die jungen Spieler sollen sich in Ruhe entwickeln. RAIMUND HEIGL


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