Als der Doktor mit der Kutsche kam
Seit 16 Jahren besteht das Kutschenmuseum in Stallhofen und führt seither die Besucher in eine Welt, in der man ohne Auto mobil war.

Foto © TappaufWas für ein prachtvolles Exemplar: Die Viktoriakutsche in Naturholz
Schon die Römer benutzten sie als Transportmittel, der Adel wie Kaiserin Elisabeth wurde in einer besonders prunkvollen umhergeführt und in Märchen wie Aschenputtel wurde sogar ein Kürbis in eine solche verwandelt. Die Rede ist natürlich von einer Kutsche.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts waren Kutschen das Reisemittel schlechthin, bis sie durch die Entwicklung des Automobils von den Straßen vertrieben wurden. In Stallhofen bleiben uns diese altertümlichen Transportmittel zumindest in einem kleinen Museum in Erinnerung.
Traum des Vaters erfüllt
Seit 1996 gibt es in Stallhofen das Kutschenmuseum, das sich im Privatbesitz von Familie Pastollnigg befindet. Begonnen hat jedoch alles mit einer Leidenschaft des Vaters, Karl Barthl, der schon in seiner Jugendzeit gerne mit Kutschen gefahren ist. Anna Pastollnigg erzählt: "Mit der Zeit hat er dann begonnen Kutschen zu kaufen und sie zu restaurieren."
Die Eröffnung des Kutschenmuseums konnte er nicht mehr miterleben. Seinen Traum realisierte Anna Pastollnigg zusammen mit Tochter Alexandra Pastollnigg: "So bleibt er uns für immer in Erinnerung und wir sind froh, dass wir seine Leidenschaft auch verwirklichen konnten."
Zu bestaunen sind in dem Gebäude, das früher einmal als Pfarrkino fungierte, mehrere wertvolle und in vielen Arbeitsstunden hergerichtete Kutschen. Darunter befinden sich namhafte Exponate wie der Stallhofener Leichenwagen, der Linzer Wagen, der Esterhazy Einspännerjagdwagen, die Viktoriakutsche und die Hochzeitskutsche.
Große Kutschensuche
Erwähnenswert ist vor allem die Doktorkutsche, die Barthl von einer Familie aus der Südsteiermark erwerben konnte. Zuletzt war der Wagen 1930 bei einem Arzt in Eibiswald im Einsatz. "Mein Vater war in der gesamten Steiermark auf der Suche nach Kutschen und hat darüber Buch geführt, woher sie stammen, wem sie gehörten, wie viel sie gekostet haben und was er alles restaurieren musste", erklärt Pastollnigg.
Besonders beliebt ist das Kutschemuseum bei Schulklassen. Pastollnigg bietet auf Anfrage Führungen an und weiß zu jedem Ausstellungsstück etwas zu erzählen. "Vor allem für Kinder und Jugendliche ist es wichtig zu erfahren, dass es ein Leben vor dem Auto gab und wie dieses im Alltag ausgesehen hat."
Features
Museumsinfo
Geöffnet ist das Kutschenmuseum in Stallhofen auf Anfrage das gesamte Jahr hindurch:
Führungen. Führungen sind jederzeit möglich, jedoch wird um Anmeldung bei der Gemeinde unter der Telefonnummer 03137-22038 gebeten.














