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Zuletzt aktualisiert: 03.03.2012 um 20:17 UhrKommentare

Hosenknopf entpuppte sich als Pferdemünze

Im Kelten-und Römermuseum in Södingberg werden Funde aus der Römer-und Keltenzeit sowie neolithische Funde aus der Region gezeigt.

Bodenheizung aus der Keltenzeit

Foto © Heike KruschBodenheizung aus der Keltenzeit

Mit freiem Auge fand ich sie am Boden", erklärt Ernst Lasnik bei einem Rundgang durch das Kelten- und Römermuseum in Södingberg. "Erst dachte ich, es wäre der Hosenknopf einer Studentin." Doch was Lasnik in Händen hielt, war eine Münze - so winzig wie ein Hosenknopf und doch kann man auf ihr klar eine Pferdeabbildung erkennen. Und das ist längst nicht die einzige Attraktion, die man im Museum, das in den Räumlichkeiten der ehemaligen Kapelle (eine solche wurde gegenüber dem Gemeindeamt neu errichtet) eingerichtet wurde, sehen kann.

Spannende Ausgrabungen

Grabsteine mit Porträts finden sich ebenso im Museum wie Alltags- und Schmuckgegenstände aus Metall und Glas. Auch Details (teilweise rekonstruiert) aus der "Villa Rustica" kann man besichtigen. Ebenfalls zu sehen sind Bilder der langjährigen Grabungsarbeiten im Södingtal. Bereits in den späten 80er-Jahren kam es zu ersten Grabungen in dem Gebiet. "Als der Besitzer des Münichhofs dann mit einer Scheibtruhe voller Scherben zu mir kam und mir zeigte, wo er sie gefunden hatte, wussten wir, dass wir unbedingt weiter graben mussten", so Lasnik. 1996 und 1997 kam es zu weiteren Ausgrabungen, bei denen überraschenderweise auch Spuren älterer Holzhäuser aus der Latenezeit (2. bis 1. Jh. v. Chr.) entdeckt wurden.

Trotz langjähriger Grabungszeit ist aber bis heute (vor allem) aus Kostengründen nur ein kleiner Teil der Anlage wirklich freigelegt. Bei Bodenradarmessungen konnte man allerdings feststellen, dass es wahrscheinlich nicht nur die Villa mit angrenzenden Gebäuden, sondern auch eine Wallanlage gegeben haben könnte. "Und das wäre einzigartig. Bisher hat man Wallanlagen nämlich nur bei Heiligtümern gefunden", sagt Lasnik.

Bei den Ausgrabungen haben übrigens immer auch Kinder aus der Volks- und Hauptschule mitgeholfen. Denn das war Lasnik während seiner Arbeit immer wichtig. "Die Bevölkerung soll wissen, was da passiert. Sie muss eingebunden werden." Weshalb es auch schon lange vor der Eröffnung des Museums einen Tag der Offenen Tür gegeben hatte, an welchem die Menschen die Fundstücke besichtigen konnten.

Allein im Museum

Und die Nähe zur Bevölkerung spielt auch heute noch eine wichtige Rolle. Alle Exponate sind nämlich gut beschriftet, vertiefende Texte findet man an den Wänden. "Ich führe natürlich immer gerne Gruppen durch die Ausstellung", so Lasnik. "Aber wenn man möchte, kann man die Ausstellung auch gut ohne Fachmann besichtigen.

Im Museum finden aber nicht nur die Fundstücke dieser Grabung ihren Platz, sondern auch Bilder einer Ausgrabung, die Lasnik besonders am Herzen liegt. "Ich habe mich ja schon für die Archäologie interessiert, lange bevor ich zu studieren begonnen habe", sagt er. Beim Horaweiblloch, in dem der Sage nach wilde heidnische Frauen gelebt haben sollen, fand er eine Sensation - einen Tonkrug aus der Bronzezeit. "Und den einzigen frühmittelalterlichen Fund, den es bei uns in der Region gibt."

Während die Römer- und auch die Keltenzeit nämlich relativ gut dokumentiert sind, ist das Frühmittelalter noch ein fast schwarzer Fleck in Bezug auf Funde im Bezirk Voitsberg. Aber Lasnik wird gemäß seines Mottos bestimmt weiter suchen: "Je mehr man sucht, desto mehr findet man."

SASCHA KOPRIVNIK

Museumsinfo

Kelten und Römermuseum, Södingberg 35 (Gemeindeamt), 8152 Stallhofen

Sehenswert: Vasen, Münzen, Schlüssel und weitere Funde aus der Römer- und Keltenzeit, auch neolithische Funde

Besucherinfo: Gruppenführungen ab 10 Personen nach telefonischer Vereinbarung (03142/8134). Eintrittspreise: Erwachsene 1? (Führung 2?).

Babys aus der Region

 
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