"Du hast die Herzen der Menschen gefunden"
Im Jahr 2009 wurde das Franz Weiß Museum in Tregist nach jahrelanger Planung eröffnet - eine Leistungsschau des Künstlers auf zwei Etagen.

Foto © Karl MayerFranz Weiß Museum in Tregist
Mit dir und deiner internationalen Bekanntheit kann ich nicht mithalten", soll Franz Weiß anlässlich einer Ausstellung in Bärnbach zu seinem ehemaligen Wiener Studienkollegen Ernst Fuchs gesagt haben. Worauf dieser geantwortet haben soll: "Dafür hast du, Franz, mit deinen Bildern in die Herzen der Menschen gefunden." Anekdoten wie diese bekommt man bei einer Führung durch das Franz Weiß Museum in Tregist von Historiker, Kunstkenner und Kurator Ernst Lasnik immer mitgeliefert.
International bekannt
Aber auch die Tatsache, dass Weiß sich nicht nur in die Herzen gemalt hat, sondern dass er auch ein Künstler internationalen Ranges ist. "Es gibt Werke von ihm, die jederzeit in Museen vom Range eines Louvre in Paris hängen könnten, sich jedoch im Privatbesitz befinden" weiß Lasnik um das Schaffen des Meisters aus dem Tregisttal.
Und was dem Kurator besonders wichtig ist: Franz Weiß hat die Exponate in seinem Museum noch selbst ausgesucht und auch die Anbringung der Werke sowie die Ausstattung der Räume erfolgte exakt nach den Anordnungen des Künstlers.
Museum in der Volksschule
Untergebracht ist das Franz Weiß Museum in der ehemaligen Volksschule von Tregist. "Der Standort ist ideal, da sich in unmittelbarer Nähe sich die Tregister Dorfkapelle befindet. Dieses Gesamtkunstwerk ergänzt in bester Weise die Exponate in den Ausstellungsräumen" freut sich der Kurator. Um dann, jetzt bereits schmunzelnd, über die schier unendliche Geschichte bis zur Vollendung im Jahre 2009 zu erzählen.
Seit dem 65. Geburtstag des nunmehr 91-jährigen Künstlers sind Bestrebungen für ein Museum in Gange. Die Initialzündung kam im Jahre 2003, als anlässlich der Landesausstellung in Piber Franz Weiß sein "Ja" zum Standort Volksschule Tregist gab. Der Grundstock für die Sammlung war die Ausstellung zum 85. Geburtstag im Rathaus Voitsberg.
Auf zwei Etagen findet sich nun in Tregist, räumlich gegliedert, ein repräsentativer Überblick über das reichhaltige Schaffen von Franz Weiß. Vom Holzschnitt über Aquarelle, Hinterglasbilder, Temperamalerei, Grafiken bis zu Glasfenstern. So auch ein Holz-Reliefbild (siehe rechts), die erste Arbeit an der Kunstgewerbeschule in Graz. Oder Holzschnitte aus den Anfangsjahren bis herauf zu seiner letzten, intensiven Schaffensperiode im Jahre 2005. Heute lebt Weiß in der Seniorenresidenz in Stallhofen - ist gesundheitlich angeschlagen.
Mutter als Motiv
"Aber 2005 fertigte Weiß noch eine große Anzahl von Holzschnitten an, so als hätte er geahnt, dass seine Kraft zu Ende geht" erzählt der Historiker. "In vielen Darstellungen beschäftigt er sich mit seinen Eltern, besonders mit seiner innig geliebten Mutter."
Lasnik verweist auch auf einige "Lieblingsstücke" des Meisters aus dem Tregisttal (siehe links), die im Museum zu sehen sind: "Eines davon hat er sogar wieder zurückgekauft, weil er es unbedingt in seiner persönlichen Sammlung haben wollte."












