Das Internet als Tierhandlung
Tierschutzombudsfrau will verhindern, dass zu junge Schlittenhunde bei Rennen mitmachen oder dass sie überfordert werden. Huskycamp-Betreiber prangert Missstände bei "Züchtern" an.

Foto © LASUTSCHENKO Alex Serdjukov warnt vor illegalen "Züchtern", die sich nicht um die Gesundheit ihrer Tiere kümmern
Anlässlich des Welttierschutztages am vergangenen Dienstag wurde die steirische Tierschutzombudsfrau Barbara Fiala-Köck gefragt, bei welchen Gattungen dringend etwas zu tun sei (die Kleine Zeitung berichtete). Und sie antwortete, dass es noch "sehr viele Spannungsfelder" gibt, auch bei Schlittenhunden.
Konkret geht es darum: Im Zuge eines Verfahrens hätten sich "tierschutzrelevante Fragestellungen ergeben, die jetzt mit Vertretern der Schlittenhundeszene in einer Arbeitsgruppe entsprechend diskutiert werden".
Bei Alex Serdjukov, der ein Huskycamp beim Alten Almhaus betreibt, rennt Fiala-Köck damit offene Türen ein: "Ich bin ganz ihrer Meinung, weil es überall schwarze Schafe gibt", so Serdjukov. Ihm sei zum Beispiel bekannt, dass "illegale ,Züchter' ihre Hunde nicht einmal untersuchen lassen, bevor sie gedeckt werden. Sie wollen nur verkaufen und schnelles Geld machen".
Deshalb solle man sich genau erkundigen, bei wem man einen Welpen erwerben wolle. Und auch gut überlegen, welche Verantwortung man übernimmt. Denn mitunter lege sich jemand nur einen Husky zu, "weil er derzeit so etwas wie ein Modehund ist", meint Serdjukov.
Vor unbedachten Käufen warnt auch Fiala-Köck: Künftige Halter sollten sich bewusst sein, dass "Hundehaltung eine verantwortungsvolle Tätigkeit und der Kauf Vertrauenssache ist". Sie rät dringend davon ab, Tiere in Zoofachhandlungen zu kaufen "oder gar über das Internet".
Verboten
Wie sich Rennsport und Huskies unter einen Hut bringen lassen, hänge laut Tierschutzombudsfrau von der Anpassungsfähigkeit und dem physiologischen Leistungsvermögen der Hunde ab: Sie dürfen nicht überfordert werden. "Der Einsatz von Reiz- oder Dopingmitteln ist verboten", betont Fiala-Köck.
Wichtig sei aber auch, ein Mindestalter für die bewegungsfreudigen Hunde festzulegen und sie sorgsam im Training an die geplanten Abläufe - wie Schlittenhunderennen oder Wagenrennen - heranzuführen, meint die Ombudsfrau.















