Die Würfel sind noch nicht gefallen
Noch liegt der Ball beim Umweltsenat in Wien: Ungelesenes Mail sorgt für Ärger bei den Kraftwerksgegnern, Projektbetreiber wird das gewünschte Gespräch nicht verweigern.

Foto © Lasutschenko
Viele glauben, dass das Kraftwerksprojekt gestorben ist und gratulieren uns zum Erfolg. Tatsache ist, dass der Umweltsenat in Wien darüber entscheidet, ob eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist oder nicht. Wir von der ÖVP-Voitsberg werden uns weiterhin gegen die Neuinbetriebnahme von ÖDK III einsetzen, denn Gesundheit ist unverkäuflich", hält der Voitsberger Vizebürgermeister Walter Gaich (ÖVP) fest.
Gaich und die Mitglieder der Initiative "Zukunft Voitsberg" haben eine Beschwerde bei der EU eingebracht, hinter der 12.000 Personen aus Vereinen und Institutionen stehen, die noch behandelt wird. Zudem habe man sich an die A-Tec gewandt, um einen Besprechungstermin zu bekommen. "Wir möchten auf Widersprüche aufmerksam machen und über künftige Pläne sprechen", so Gaich und Krista Zalar von "Zukunft Voitsberg". "Auf eingeschriebene Briefe und Mails erhielten wir eine sehr kurze Antwort: ,Ihre Nachricht wurde ungelesen gelöscht.' Da sieht man die Einstellung, wie solche Konzerne mit Menschen umgehen", ärgert sich Gaich.
Wasserrecht
"Auch die Politik ist nicht schuldlos. Ich wünsche mir, dass sich die SPÖ noch vor der Landtagswahl eindeutig positioniert. Landesrat Manfred Wegscheider brauchte für seine Bedenken ein Jahr. Man weiß ja nicht, ob Wegscheider nach der Wahl noch Landesrat ist", so Gaich in Anspielung an eine eilig einberufene Pressekonferenz von Wegscheider am 5. Mai, bei der Bedenken gegen eine Umrüstung aufgrund des Wasserrechtes vorgebracht wurden. Von jener Abteilung, die zum Schluss kam, dass keine UVP notwendig sei. Deshalb kam es zu Berufungen.
"Das Berufungsverfahren zum Feststellungsbescheid Voitsberg DKW ist im Laufen. Eine Frist, innerhalb der die Entscheidung wahrscheinlich ergehen wird, kann nicht genannt werden", lautet die aktuelle Auskunft vom Umweltsenat in Wien. Gaich übt in einem Aufwaschen auch noch heftige Kritik am Verbund. "Meiner Meinung nach kam der Verkauf unter falschen Voraussetzungen zustande, daher soll der Verbund das Objekt zurückkaufen, abreißen und in erneuerbare Energie investieren."
Sehr wohl gesprächsbereit zeigt sich Alfred Weinberger von der A-Tec-Gruppe: "Ich war viel im Ausland und habe noch einen ungeöffneten Brief vor mir, das angesprochene Mail ist nie bei mir gelandet. Reden ist immer wichtig. Wichtig ist auch, dass man die Dinge ohne Emotionen bespricht." Zeitdruck sehe er keinen, weil die Behördenverfahren noch laufen. "Im Sommer müssten wir einen Termin zusammenbringen." Warum noch keine Einreichung für das Kompetenzzentrum erfolgt ist? "Weil das nur Sinn hat, wenn das Kraftwerk in Betrieb geht."















