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Zuletzt aktualisiert: 07.07.2011 um 20:16 UhrKommentare

Schulschluss in Siebing und Höch

In den Gemeinden Weinburg und St. Andrä-Höch werden ab Herbst jeweils die beiden kleinen Volksschulen zusammengelegt. Die Reaktionen sind unterschiedlich.

Im kleinen Dorf Siebing im Bezirk Radkersburg gibt es kein Geschäft, keine Post und keine Mehrzweckhalle - und ab morgen auch keine Schule mehr: Denn nach mehr als 130 Jahren wird dort die kleine Volksschule für immer geschlossen - wenn nicht noch ein kleines Wunder geschieht. 14 Kinder erhalten heute dort von der Lehrerin und provisorischen Direktorin Astrid Augustin das Zeugnis, neun davon werden wohl ab Herbst die Volksschule im drei Kilometer entfernten Weinburg besuchen.

Ähnlich ist die Lage in Höch: Auch dort wird die Volksschule mit ihren 26 Kindern geschlossen, mehr als die Hälfte davon wird nach St. Andrä wechseln. Während in Höch laut Direktorin Luise Dengg (die übrigens wie ihre St. Andräer Kollegin Renate Siegmund in Pension geht) die Stimmung zwar sentimental, aber doch recht gut ist, gingen in Siebing im Vorfeld der Schulschließung die Wogen hoch.

"Es gab zum Teil Überreaktionen, es wurde viel Porzellan zerschlagen. Manche Leute reden nicht mehr mit mir", so Bürgermeisterin Susanne Lucchesi-Palli. "Die Situation ist ungut", weiß die Weinburger Schulleiterin Rosemarie Pichler, die mit 1. September in Pension geht. "Das Siebinger Lehrerteam ist zutiefst verletzt worden", ergänzt Astrid Augustin. Im Dezember war die Schule in Siebing in (gefälschten) Elternbriefen verunglimpft worden. Heute sehen viele Einwohner der Weinburger Katastralgemeinde Siebing die Schließung der Kleinschule als Affront. "Man sperrt eine Schule zu, die niemand zusperren will", so Siebings Elternvertreter Helmut Radl. Auf "Facebook" wurde eine Gruppe "Rettet die Volksschule Siebing" gegründet.

"Es ist ein Verlust für den ganzen Ort. Schule ist Hoffnung, Schule ist Leben", versteht die Bürgermeisterin die Anliegen der Siebinger. "Das Land sagt aber, dass zwei so kleine Schulen in einer Gemeinde nicht mehr tragbar sind." Dennoch hat man die Hoffnung auf den Erhalt der Schule nicht ganz aufgegeben: Es gibt ein Ansuchen beim Land, Siebing als Integrationsschule weiterzuführen. Wie auch immer: Heute (18.30 Uhr) führen die Schüler unter der Leitung von Alt-Direktor Dietmar Zitek im Sängerheim das Märchen "Hänsel und Gretel" auf. Wohl eine Art Abschiedsgala...

Positives Beispiel

Und in Höch? Da gibt es heute um 9 Uhr ein Abschlussfest mit Inka-Musik von "Pachakuti". "Natürlich ist Traurigkeit da", so Direktorin Dengg. "Aber wir sind ein positives Beispiel für eine Schulzusammenführung."

THOMAS WIESER

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