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Zuletzt aktualisiert: 22.06.2012 um 20:16 UhrKommentare

Ringen um Standort

Drei Kleinstschulen in der Region stehen vor der Schließung. In Frannach und Mitterlabill geht es darum vorzubauen, um langfristig eine der beiden Schulen halten zu können.

Bürgermeister Johann Absenger vor der Volksschule Frannach, in der es ab Herbst nur mehr eine Klasse geben wird

Foto © Helmut SteinerBürgermeister Johann Absenger vor der Volksschule Frannach, in der es ab Herbst nur mehr eine Klasse geben wird

Laut "Regionalem Bildungsplan für die Steiermark" wird in der Region heuer nur die Volksschule Glojach geschlossen. Ob das wirklich so kommt, ist aber offen (siehe Artikel rechts), denn in Glojach will man nicht klein beigeben. Eine Galgenfrist von einem Jahr gibt es für die Volksschulen Stein (siehe Artikel rechts oben) und Trössengraben. In beiden Schulen gibt es jeweils ein Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Das hat den Ausschlag für den Aufschub gegeben.

Weil in Trössengraben die Kinder auf drei Schulen aufzuteilen wären, könnte die einklassige Volksschule als Expositurklasse der Volksschule St. Stefan/R. geführt werden, so Bezirksschulinspektorin Margareta Kaufmann. Offiziell ist das aber nicht.

Gedanken über die Zukunft - auch wenn es keine konkreten Schließungspläne gibt - macht man sich aber auch in anderen Gemeinden mit Kleinschulen. Im Labilltal gibt es nicht einmal drei Kilometer voneinander entfernt zwei Volksschulen. Jene in Frannach wird ab Herbst - mit 22 Kindern - erstmals nur mehr einklassig sein, jene in Mitterlabill - 18 Kinder - ist einklassig. Dort befindet sich der Kindergarten, den auch die Sprösslinge aus Frannach besuchen.

Diskutiert über eine mögliche Zusammenlegung der Schulen wird seit mehreren Jahren. Auch manche Eltern halten jetzt den Zeitpunkt für gekommen, das voranzutreiben - ehe von höherer Stelle möglicherweise beide Schulen zugesperrt werden. Mitterlabill wurde unter Beobachtungsstatus gestellt, ist von Jörg Schwaiger, Pressesprecher der zuständigen Landesrätin Elisabeth Grossmann, zu hören. Das passiert mit allen Schulen, die von weniger als 20 Kindern besucht werden. "Stichtag ist der 20. Oktober, dann wird man weitersehen", so Schwaiger.

Standortfrage

Johann Absenger, Bürgermeister von Frannach, ist Realist: "Nur zusammen sind wir stark." Für die nächsten zwei, drei Jahre hat seine Gemeinde noch mehr als 20 Kinder. Der Kindergarten in Mitterlabill, die Schule in Frannach - das wäre die Idee. Dann hätten beide Gemeinden etwas davon. Theoretisch wäre das schon ab Herbst möglich. Gemeinden und Eltern müssten sich einig sein. Die Volksschule bliebe dann zweiklassig. Aber Absenger zeigt Verständnis für seinen Amtskollegen Anton Obendrauf: "Jeder gibt schwer etwas her." Der will nicht vorgreifen und meint nach einem gemeinsamen Gespräch bei der Bezirksschulinspektorin: "Es soll alles auf den Tisch. Wir brauchen etwas Handfestes. Der Gemeinderat und die Leute werden informiert. Man muss eine offene Diskussion mit den Eltern führen. Mir ist bewusst, dass es mit der Schule künftig kritisch wird."

Kaufmann glaubt, dass bis Herbst nichts mehr geht. Außer die Gemeinden wären sich bei der entscheidenden Frage um den Standort einig. Sie macht kein Geheimnis daraus, dass das Gebäude in Frannach in wesentlich besserem Zustand ist. Ihr Plan: Das nächste Jahr nützen, um das zu klären und dann mit Bürgermeistern, Eltern und zuständiger Fachabteilung auf Schiene zu bringen.

HELMUT STEINER

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