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    Zuletzt aktualisiert: 10.01.2009 um 20:51 UhrKommentare

    Schmalz fürs Kleid und ein Trick fürs Brautmahl

    60 gemeinsame Ehejahre können nur wenige feiern. In der Gemeinde Auersbach gibt es fünf "diamantene" Ehepaare. Sie erinnern sich an ihre Hochzeit.

    Foto © Scheriau

    So eine Feier, bei der gleich fünf Ehepaare seit 60 Jahren verheiratet sind, gab es in unserer Gemeinde noch nie. Diese Menschen haben ein abwechslungsreiches Leben hinter sich. Sie haben auch wesentlich zur Entwicklung der Gemeinde Auersbach beigetragen", meinte Bürgermeister Helmut Buchgraber zu dem erfreulichen Anlass.

    1948 geheiratet. Josef und Theresia Maier haben 1948 in der Kirche in Edelsbach geheiratet. "Das weiße Hochzeitskleid habe ich von der Frau des Edelsbacher Kapellmeisters Ober geliehen. Wir mussten zur Kirche und zurück mehr als acht Kilometer zu Fuß gehen. Ich habe neue Schuhe getragen und schmerzende Blasen an den Füßen bekommen", erinnert sich Theresia Maier. Den Brautstrauß aus Myrthen hat ihr die Nachbarin geschenkt. Josef Maier hat den Brautunterricht noch gut im Gedächtnis: "Da hieß es nur, brav, brav, brav bleiben und nicht unkeusch leben."

    Für das Essen der Hochzeitsgäste von Karl und Theresia Eibl wurde ein Schwein geschlachtet, was gar nicht so einfach war. "Man durfte 1948 für sich selbst nämlich kein Schwein schlachten. Da hat mein Bruder einen Trick angewendet. Dem geschlachteten Schwein wurde ein Haxn gebrochen und wir meldeten eine Notschlachtung, die dann auch kontrolliert worden ist", erzählt Karl Eibl. Das Hochzeitskleid bekam Theresia, weil sie keine Bezugsmarken für Stoff bekam, von ihrem Halbbruder aus Kanada geschickt. "Als Hochzeitsgeschenke haben wir ein Literglas mit Gläsern, ein Reindl und ein kleines Schuhkasterl bekommen", so Theresia Eibl.

    Geliehen. Karl und Maria Ober, die Eltern des Landtagsabgeordneten Josef Ober, haben in Trahütten geheiratet, weil ein Onkel des Bräutigams dort Pfarrer war. "Ein wenig zu essen haben wir selbst mitgebracht. Es gab eine Christenlehre und was dort von der Jause übrig blieb, konnten wir nach der Trauung auch essen. Wir waren insgesamt nur fünf Leute. Das Hochzeitskleid und den Anzug hatten wir ausgeliehen", erzählt Maria Ober.

    Eine größere Hochzeit mit 50 Gästen feierten Franz und Johanna Puchas in Unterlamm. "Für die Hochzeitstafel wurde ein Schwein geschlachtet. Die Gäste haben auch etwas zu essen mitgebracht, so hat es für alle gereicht", erzählt Johanna Puchas. Für den Anzug bekam ihr Mann einen Stoffbezugsschein, den man in Bad Gleichenberg einlösen konnte. Sie selbst erhielt einen Bezugsschein für ein Unterleibchen ohne Unterhose. Zu einem Kleid zu kommen, war ungleich aufwendiger. "Meine Schwester ist mit Schmalz und Lebensmitteln nach Graz gefahren und hat damit ein Kleid gehamstert", weiß Johanna Puchas auch nach 60 Jahren noch ganz genau.

    Auch die Hochzeit von Johann und Maria Pongratz in St. Radegund bei Graz war bescheiden. "Zu essen gab es ein wenig Fleisch und eine Mehlspeise. An Geschenke kann ich mich nicht erinnern. Kleid und Anzug wurden von einer Schneiderin angefertigt", erinnert sich das Paar. Insgesamt zählte die Hochzeitsgesellschaft fünf Personen.

    Die wirtschaftliche Situation war im Jahr 1948 noch sehr schlecht. Viele Waren konnten nur über Bezugsscheine gekauft werden. Dazu gehörten auch Stoffe. Waren keine Bezugsscheine vorhanden, mussten meist ein altes Brautkleid oder ein Anzug von einer anderen Familie ausliehen werden.

    Für ein Dach über dem Kopf wurde hart gearbeitet. Für den Bau ihrer Wohnhäuser fertigten die jungen Ehepaare die Ziegel meist selbst an. Neben Lehmziegeln wurden auch Ziegel aus Kohleschlacken mit Zement oder Betondachziegel angefertigt. Josef Maier: "Für unser Haus haben wir 27.000 Lehmziegel händisch geschlagen. Und das alles nach der Arbeit."

    JOHANN SCHLEICH

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