Die Rebzikade saugt weiter
Die Amerikanische Rebzikade und die von ihr ausgehende Vergilbungskrankheit der Weinrebe bleiben der Region heuer erhalten. Es gibt aber Verschiebungen.

Foto © LENHARD Das Auftreten der Amerikanischen Rebzikade wird mittels sogenannten Gelbtafeln nachgewiesen. Ob sie auch mit der Goldgelben Vergilbung infiziert sind, kann nur durch Pflanzenproben überprüft werden
Da hat man sich wohl zu früh gefreut: Letzten Spätsommer war in regionalen Weinbaukreisen verlautbart worden, dass die Ausbreitung der Amerikanischen Rebzikade und der von ihr ausgehenden Goldgelben Vergilbungskrankheit gestoppt worden sei. Mittlerweile weiß man, dass dem nicht so ist.
Das belegen die Ergebnisse eines umfangreichen Überwachungsprogramms des Landes in Kooperation mit der Agentur für Ernährungssicherheit und Gesundheit (AGES). Diesem zufolge konnte die Rebzikade zwar aus großen Teilen der Südoststeiermark zurückgedrängt werden. Dafür breitete sich das bis zu fünf Millimeter große Insekt in der Südsteiermark Richtung Westen aus.
Als Konsequenz daraus werden heuer der gesamte Bezirk Fürstenfeld sowie einige Feldbacher Gemeinden von verpflichtenden Bekämpfungsmaßnahmen der Rebzikade - vorwiegend mit Insektiziden - befreit. Dafür gelten diese nun erstmals auch in den südweststeirischen Gemeinden Oberhaag, Gleinstätten, Sulmeck-Greith und Pölfing-Brunn.
Nichts geändert hat sich für den gesamten Bezirk Radkersburg sowie fast alle Leibnitzer Weinbaugemeinden, wo die Rebzikade nach wie vor heimisch ist. Die entsprechende Verordnung des Landes - in der die Ausdehnung des Verbreitungsgebiets sowie die dazugehörigen Maßnahmen geregelt sind - wurde dementsprechend überarbeitet und ist mittlerweile auch in Kraft getreten.
Damit werden auch zwei neue Befalls- und Sicherheitszonen ausgewiesen. Zusätzlich zu den bestehenden im Raum Tieschen und Glanz wurde 2011 auch in Bairisch Kölldorf und Stainz bei Straden die Goldgelbe Vergilbungskrankheit an einzelnen Rebstöcken nachgewiesen. Um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern, wurden die Pflanzen gerodet, die Überwachungs- und Bekämpfungsmaßnahmen werden intensiviert.
Geht es nach Hans Dreisiebner, Obmann des Landesweinbauverbandes, ist die Lage aber unter Kontrolle: "Unsere Weinbauern nehmen das Thema sehr ernst. Auch in Slowenien, von wo die Rebzikaden zufliegen, hat ein Umdenken stattgefunden."
Features
FAKTEN
Die Amerikanische Rebzikade wurde 2004 erstmals in der Südoststeiermark gesichtet. Von Slowenien ausgehend breitete sie sich auf weite Teile der Region aus.
Als Überträger der "Goldgelben Vergilbung" kann sie großen Schaden anrichten. Infizierte Rebstöcke müssen gerodet werden, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern.








