Eine schwierige Rückkehr in die alte Heimat
Flüchtlingsfamilie kehrte von Feldbach nach Montenegro zurück. Dort steht sie vor dem Nichts. Nun wird um Spenden gebeten.
Als der Krieg im Jahr 1999 Montenegro erreichte, entschloss sich Zahudin Zekovic mit seiner, damals noch kleinen, Familie zur Flucht. Mit Frau und Sohn kam er nach Österreich und suchte um Asyl an. "Die Familie Zekovic lebte zuerst in St. Stefan und zog dann nach Feldbach. Herr Zekovic war immer bestrebt, Arbeit zu haben und für seinen Lebensunterhalt selbst zu sorgen", berichtet Anna Chocholka, Leiterin des Sozialkreises in der Pfarre St. Stefan im Rosental, die die Familie Zekovic im Jahr 2000 kennen lernte. "In den Jahren 2001 und 2002 kamen zwei weitere Kinder zur Welt, der Asylantrag war zehn Jahre nach dem Eintreffen in Österreich nicht erledigt", berichtet Chocholka. Und so fasste Zahudin Zekovic 2009, damals zwei Jahre ohne Arbeit, den Entschluss mit Frau und drei Kindern wieder zurück in seine Heimat, nach Montenegro zu gehen. Chocholka: "Herr Zekovic war sehr unglücklich, weil er keine Arbeit mehr finden konnte, obwohl sich auch der Sozialkreis sehr darum bemüht hat. Schließlich war er so verzweifelt, dass er ein Angebot seines ehemaligen Chefs in Montenegro annahm, der im vorschlug, in seinem Betrieb als Autospengler zu arbeiten." Doch dazu sollte es nicht kommen, denn das Angebot erwies sich als Luftblase.
Unglücklich
"Nun steht die Familie in Montenegro ohne alles da, hat kein Geld, kann die Miete nicht bezahlen und sich nichts zum Essen kaufen. Nach Österreich kann sie nicht mehr zurück", ist Anna Chocholka entsetzt über das Schicksal ihrer Schützlinge, die eigentlich nur getan hätten, was Flüchtlingen empfohlen werde. Nämlich, zurückzukehren, wenn es die Verhältnisse in der Heimat erlauben. "Vor allem die Kinder, die sich als Österreicher fühlen, sind in dem für sie fremden Land sehr unglücklich", bedauert Chocholka, die seit den vergangenen Weihnachten immer wieder versucht, mit Geldspenden die ärgste Not zu lindern, nun aber auch an Grenzen gelangt ist. Sie appelliert daher an die Menschen in der Region, der Familie Zekovic zu helfen (Details siehe Info-Box): "Ich bitte dringend um Hilfe. Jede noch so kleine Spende ist willkommen, um das Überleben der Familie zu sichern, bis Herr Zekovic Arbeit gefunden hat. Die Situation spitzt sich zu, denn die Familie muss die Wohnung verlassen, wenn sie nicht zahlen kann."
Derzeit habe Zahudin Zekovic eine Chance als Taxifahrer, benötige aber Geld für die Lizenz. "Die Kinder haben in der Schule bei uns toll gelernt, jetzt sind ihre Bildungsmöglichkeiten sehr eingeschränkt. Frau Zekovic hat mich angerufen und am Telefon geweint, dass sie den Kindern außer ein paar Nudeln nichts zum Essen geben kann", berichtet Chocholka, die auch betont, dass es in Montenegro keinerlei Hilfe gebe und auch die Caritas kein Projekt in diesem Land habe.
Features
MONTENEGRO
Das an der südöstlichen Adriaküste gelegene Land gehörte 90 Jahre zu Jugoslawien, ist seit 2006 unabhängig und mit einer Fläche von 13.812 Quadratkilometern einer der kleinsten Staaten Europas (Einwohner Juli 2009: 672.180).
Die EU und andere internationale Organisationen kritisieren Korruption und Kriminalität, darunter eine Reihe von Auftragsmorden an Regierungskritikern.
Die Wirtschaft von Montenegro (Ackerbau, Bergbau und Tourismus) erholt sich nur langsam. Das Land zählt zu den ärmsten in Europa.
SPENDEN ERBETEN
Anna Chocholka, Leiterin des Sozialkreises in der Pfarre St. Stefan im Rosental, bittet um Unterstützung für Zahudin Zekovic und seine Familie, die nach ihrer Rückkehr in Montenegro große Not leidet.
Und zwar auf das Konto 15 925 bei der Raiffeisenbank St. Stefan (BLZ 38 374) - Anna Chocholka - unter dem Kennwort "Zahudin".








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