Zuhause sein und bleiben
Abschiebungen wie aktuell die der Familie Zogaj bleiben in der Region Einzelfälle. Die Integration von Asylwerbern funktioniere gut, auch wenn Verfahren oft schleppend vorangehen.
Abschiebung ist auch in der Region Thema. Es gibt Unzähliges, das man auf der Gesetzesebene kritisieren muss, aber die Kommunikation mit der Bezirkshauptmannschaft Feldbach funktioniert gut. Und die BH drückt den Bescheid letztlich sowieso nur in die Hand", sagt Michael Kern, Koordinator der Beratungsstelle Isop Feldbach, die sich mit der Integration von Migranten beschäftigt. Ähnliche Situationen wie die der Familie Zogaj gebe es zwar auch in der Region, Abschiebungen seien aber Einzelfälle.
Lange hatte beispielsweise eine Familie aus Afghanistan um den Aufenthalt in der Region zu bangen. Vor neun Jahren flohen sie aus ihrer Heimat. "Dort gibt es täglich Unruhen", erklärt der fünffache Familienvater Abdurashid Abdulsatar. Seit 2003 sind sie nun in Österreich, mittlerweile mit dem Status "subsidärer Schutz". Die Angst, abgeschoben zu werden, ist damit vorbei.
Abdulsatar arbeitet seit vier Jahren bei Zotter Schokoladen in Riegersburg und drei der Kinder gehen in Feldbach zur Schule. Für seine Frau Karima Ghiani sei es mit dem derzeitigen Aufenthaltsstatus aber schwierig, eine Arbeit zu finden.
Auch dürfe die Familie nicht ins Ausland fahren: "Meine Kinder würden gerne ans Meer und ich möchte meine Mutter in Afghanistan besuchen", senkt Ghiani den Kopf. Zehn Jahre lang hat sie ihre Mutter nicht gesehen.
Noch hat die Familie keinen Antrag auf Niederlassung gestellt, weil die dafür notwendige Deutschprüfung des Ehepaares noch aussteht. Neben der Arbeit kann der Familienvater keinen Tageskurs besuchen. Daher bleibt die Staatsbürgerschaft vorerst aus.
Moderne Asylpolitik
Trotz Verbesserungen im Asylgesetz seit Jänner 2010 wünscht sich Isop-Koordinator Kern eine Umstrukturierung. "Ich erhoffe mir von der Gesetzgebung, dass sie weniger restriktiv ist und eine moderne Asylpolitik betreibt." Wodurch auch die Familie von Abduslatar mehr Chancen hätte.
Trotz Heimatbezug zur Region erhält sich die Familie gewisse Traditionen. Abduslatar hat sich afghanische Teppiche gekauft, die er in die Sonne hängt: "Sie brauchen die Wärme, damit sie gut erhalten bleiben. Weil es in Europa nicht so viel Sonne gibt, muss man das schöne Wetter jetzt unbedingt ausnützen."








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