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Zuletzt aktualisiert: 07.11.2009 um 23:58 UhrKommentare

"Noch so ein Jahr halten wir nicht aus"

Die Regenmengen und der starke Hagel im Frühling und Sommer setzen den steirischen Kürbisbauern zu: Die Ernte ist gering, der Ölpreis hoch. Eine schwierige Situation für Landwirte wie Manfred Drexler.

Gesunde steirische Kerne und Kerne aus China. Sie dürfen raten, welche woher stammen

Foto © WieserGesunde steirische Kerne und Kerne aus China. Sie dürfen raten, welche woher stammen

Manfred Drexler bringt die Lage vieler Kürbis-Bauern auf den Punkt: "Das heurige Jahr war eine Katastrophe." Die extremen Regenmengen im Frühling und Frühsommer gepaart mit dem starken Hagel Mitte Mai waren nämlich Gift für den Kürbisanbau. Die negativen Folgen machten sich in den vergangenen Wochen bemerkbar: Die Ernteerträge gingen im langjährigen Schnitt um rund 40 Prozent zurück. Statt 550 bis 600 Kilogramm konnten nur 350 Kilogramm Kerne pro Hektar herausgeholt werden.

Manchen, wie Manfred Drexler, der in Altneudörfl bei Bad Radkersburg auf sieben Hektar Kürbisse angebaut hatte, erging es noch schlechter: "Zum Teil hatte ich nur einen Ertrag von 50 Kilogramm. 80 Prozent meiner Fläche waren verhagelt." Erschwerend kommt für ihn hinzu, dass auch auf jenen Flächen, die vom Hagel einigermaßen verschont blieben, der Ertrag durch die viele Feuchtigkeit schlecht ist. Um die Nachfrage nach seinem vielfach prämierten Kernöl zu decken, musste Drexler Kürbiskerne zukaufen. "Ausschließlich steirische", wie er betont, denn Drexler ist Mitglied der "Gemeinschaft Steirisches Kürbiskernöl g.g.A." und darf deshalb nur regionale Kerne verpressen. "Die Kerne waren fast nicht aufzutreiben", betont er. Im Bezirk Fürstenfeld wurde er schließlich fündig.

Dunkelblaues Auge

Zudem greift er wie viele Kollegen auch auf seinen Lagerbestand vom Vorjahr zurück. "Nach dem Hageljahr 2004 haben wir ein Überlager aufgebaut", ist Drexler nun froh über diese Ressourcen. Rund 1000 Liter "Schwarzes Gold" vermarktet der Radkersburger im Jahr, trotz der massiven Ernte-Ausfälle sollen es auch heuer nicht weniger werden. "Wir sind wahrscheinlich noch einmal mit einem dunkelblauen Auge davongekommen." Kommendes Jahr will Drexler, der auch Ackerbauer ist und zusätzlich für die Versuchsanstalt Hatzendorf arbeitet, seine Kürbis-Flächen erweitern. Vor allem aber hofft er auf besseres Wetter: "Denn noch so ein Jahr wie heuer halten wir nicht aus."

THOMAS WIESER

Das "echte" Kernöl

Der "Gemeinschaft steirisches Kürbiskernöl g.g.A." gehören rund 1700 Mitglieder (darunter 23 Ölmühlen) in der Steiermark, Niederösterreich und Burgenland an an. Sie produzieren "echtes" steirisches Kürbiskernöl mit der Banderole. Dabei werden nur Kerne aus der Region in der Region verpresst.

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