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Unwettersituation im Südosten entspannt sich
Rund 110 Liter Regen pro Quadratmeter ließen Teile von Feldbach am Dienstag erneut untergehen. Nun können die Südoststeirer wieder leicht aufatmen. In den Krisengebieten hat es aufgehört zu regnen.

Foto © Franz Fink/FeuerwehrpressedienstUnd wieder müssen die Bewohner des Bezirks Feldbach gegen die Wassermassen ankämpfen
Nach dem starken Regen am Dienstag hat sich das Wasser in der Südoststeiermark wieder zurückgezogen. "Wir haben momentan alles im Griff," erklärte Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband am Mittwochvormittag. Am stärksten von den Überschwemmungen betroffen seien die Bezirke Feldbach, Radkersburg und Leibnitz gewesen. 20 neue Rutschungen sind in Folge des Starkregens wieder aufgetreten.
Am Mittwoch waren die Feuerwehren hauptsächlich mit dem Aus- und Abpumpen beschäftigt. Geologen waren unterwegs, um die Erdbewegungen zu beurteilen, berichtete Meier. Allein im Bezirk Feldbach waren 54 Feuerwehren im Einsatz, von denen auch am Tag nach den neuerlichen Überflutungen noch die meisten mit Aufräumungsarbeiten beschäftigt waren. Unterstützung kam auch wieder von rund 60 Helfern der Bundesheer-Pionierkompanie aus Villach, die seit den schweren Überschwemmungen und Hangrutschungen von Ende Juni in der Gegend im Sicherungs- und Sanierungseinsatz ist.
Insgesamt wurden bei den Einsätzen am Dienstag 420 Tonnen Sand in mehr als 20.000 Sandsäcke abgefüllt. Damit versuchten die Einsatzkräfte 293 gefährdete Objekte vor den Wassermassen zu schützen.
Hochwasseralarm am Dienstag
Die ganze Nacht und den ganzen Vormittag über hatte es am Dienstag geregnet. Und einmal mehr lag die Südoststeiermark im Epizentrum der Wolkenbrüche. 115 Liter waren binnen 24 Stunden auf einen Quadratmeter Feldbacher Boden niedergeprasselt. Das Ortszentrum von Hatzendorf, das erst Ende Juni komplett überschwemmt worden war, glich Dienstagvormittag erneut einem einzigen braunen See.
"Bei den Leuten, die es jetzt schon zum dritten Mal getroffen hat, liegen die Nerven blank", sagt Bürgermeister Walter Wiesler. Auch bei Astrid Auner, die seit dem Juni-Hochwasser in einer Ersatzwohnung lebt. "Man traut sich gar nichts mehr in den Keller zu stellen oder sich für die Wohnung teurere Möbel zu kaufen", seufzt die Oststeirerin.
Auf der anderen Seite des Grazbaches, der den Hatzendorfern heuer so viele Sorgen bereitet, versucht Maria Lang so gut es geht, das Wasser aus ihrer Firmenhalle zu halten. Die etwas tiefer liegende zweite Halle des Betonbohr- und Schneideunternehmens ist schon abgesoffen. Dabei war man gerade erst mit dem Ausmalen der Büros fertig geworden. "Jetzt können wir wieder von vorne anfangen. 140.000 bis 150.000 Euro hat der Schaden Ende Juni betragen - alle Maschinen waren kaputt".
Ganz so schlimm wie im Juni war es aber diesmal nicht in Hatzendorf. Auch, weil sich die Einsatzkräfte auf den Starkregen vorbereitet hatten. "Wir kennen jetzt die neuralgischen Punkte und haben uns darauf konzentriert", erklärt Thomas Meier vom Landesfeuerwehrverband. In den vom Hochwasser am stärksten betroffenen Bezirken Feldbach, Weiz und Bad Radkersburg waren rund 1000 Mann im Einsatz. Ihre Hauptaufgaben: Straßen frei machen, Keller auspumpen, Verklausungen beseitigen.
Erneute Hangrutschungen in Feldbach
Aufgrund der massiven Regenfälle haben im Raum Feldbach am Dienstag erneut Hangrutschungen eingesetzt. Insgesamt sind dem Landesgeologen Marc-André Rapp 1000 Hangrutschungen im Raum Feldbach bekannt. "600 davon stellen eine unmittelbare Gefahr für Infrastruktur und Personen dar", stellt der Landesgeloge besorgt fest. Laut Rapp kommen laufend Meldungen über neue Hangrutschungen herein. Das Tragische daran ist, dass teilweise Familien schon zum zweiten Mal von den Hangrutschungen betroffen sind.
Neben übergehenden Bächen und Flüssen - die Raab in Feldbach kratzte an der roten Hochwassermarke - bereiteten den Oststeirern also vor allem die erneut rutschenden Hänge große Sorgen. Alois Niederl und seine Frau mussten am Dienstag um 11 Uhr ihr Einfamilienhaus in Krennach fluchtartig räumen. "Der Geologe war da und hat gesagt, wir müssen sofort raus. Nur das Nötigste konnten wir mitnehmen", erzählt Niederl. Der Hang oberhalb seines Hauses hatte auf der gesamten Breite talwärts zu "marschieren" begonnen. Sofort wurden die Risse mit einer Plane abgedeckt, "aber der Berg bewegt sich noch immer", bangt Niederl um Haus und Wirtschaftsgebäude. Die Familie musste ihr Haus zurücklassen. Ohne Gewissheit darüber, ob sie jemals wieder nach Hause zurückkehren können. Die Gefahr, dass der Hang ihr Haus unter sich begräbt, ist nach wie vor nicht gebannt. Unterschlupf hat das Ehepaar inzwischen bei seinen Kindern gefunden. Wie lange, ist noch unklar.
Der massive Niederschläg soll laut Meterologen nun ausbleiben. Schon am Mittwoch kehrt die Sonne zurück - und übernimmt bis Sonntag das Kommando am Himmel. Bleibt nur zu hoffen, dass die Meterologen mit ihren Prognosen richtig liegen.
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Bild vergrößernDieser Hang in Krennach droht abzurutschen - die Bewohner des Hauses wurden evakuiertFoto © Markus Leodolter
Dieser Hang in Krennach droht abzurutschen - die Bewohner des Hauses wurden evakuiertGrafik © Markus Leodolter









