Stadtchef mit Wanderkino
Das Sammeln historischer Filmvorführgeräte ist die große Leidenschaft des Fehringer Bürgermeisters und Apothekers Johann Winkelmaier.

Foto © SCHLEICH Bürgermeister Johann Winkelmaier bei der Feinabstimmung des Projektors DK Landfilm
Während der Ausstellung "grenzenlos" im Jahr 2007 flimmerten erstmals Bilder aus den Projektoren von Johann Winkelmaier auf eine Großleinwand im Gerberhaus. "Das Schloss", "Der große Diktator und "Der dritte Mann" wurden vorgeführt. Derzeit verfügt der Bürgermeister über drei Vorführgeräte: ein Bauer Sonolux aus der Zeit um 1940 und zwei DK Landfilm-Projektoren von Zeiss, die 1951 gebaut wurden. Mit ihnen können Filme ohne Pause mit Überblendtechnik abgespielt werden.
Bei manchen Vorführgeräten war beim Wechseln der Filmrollen eine Pause erforderlich. Älteren Kinobesuchern sind Filmrisse, die zu Unterbrechungen führten, noch gut in Erinnerung. Der Film musste geklebt und wieder in den Projektor eingelegt werden. Vereinzelt kam es auch zu Filmbränden, die aber meist schnell gelöscht wurden. Besonders bei Nitrofilmen war die Brandgefahr groß.
Winkelmaier führt nur Filmstreifen mit 35 Millimetern vor. Er erinnert sich an kuriose Zwischenfälle: "Beim Kultfilm ,Serengeti darf nicht sterben' wusste ich nicht, dass er verzerrt aufgenommen worden war. Der Film begann und es hieß, die Massai sind ein groß gewachsenes Volk. Auf der Leinwand erschienen sie aber wie Zwerge und die Löwen waren drei Meter lang. Der Film hätte mit einer speziellen Optik entzerrt werden müssen."
Unterstützt wird er beim Aufbau seiner schweren Projektoren von Benjamin Konjic.
Freiluftkino
Der Bürgermeister arbeitet an der Verwirklichung einer besonderen Filmvorführung. "Der Projektor Bauer Sonolux ist auch für ein Autokino im freien Gelände geeignet. In Petzelsdorf wäre ein geeigneter Platz dafür. Der Ton würde direkt über das Autoradio in das Autoinnere übertragen. Da wäre ein Liebesfilm geeignet."
Filme müssen über einen Verleih bestellt werden. Winkelmaier hat in seiner Sammlung "Winnetou", "Meisterdetektiv Kalle Blomquist" und "Klub der Kunst". Über Internet hat er einen Film bestellt, dessen Inhalt ihm unbekannt war. Zu seinem Erstaunen hatte er einen Sexfilm erworben, der nun ebenfalls in seiner Sammlung liegt. Mit einer öffentlichen Vorführung ist eher nicht zu rechnen.
Zur heurigen Jubiläumsfeier "50 Jahre Stadt Fehring" ist Winkelmaier auf der Suche nach passenden Filmen für das Sommerkino. "Das Schloss", nach dem Roman von Franz Kafka und in der Regie von Maximilian Schell, soll wieder dabei sein. "Der Film, der in Pertlstein nahe dem Schloss gedreht wurde, hat auch eine Beziehung zu Fehring. Das Filmteam war für lange Zeit im Haus meiner Eltern einquartiert." Weitere Filme aus dem Jahr der Stadterhebung 1962 sollen dazukommen.








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