Ersatzlösung nicht gefragt
Mit Postpartnern als Ersatz wollen sich jene Gemeinden, deren Postämter ab Mitte dieses Jahres zugesperrt werden sollen, nicht einfach abspeisen lassen.

Foto © APAMit Postpartnern als Ersatz wollen sich jene Gemeinden, deren Postämter ab Mitte dieses Jahres zugesperrt werden sollen, nicht einfach abspeisen lassen
Jene Gemeinden in der Region (Paldau, Bad Blumau, Minihof-Liebau, St. Michael/B.) deren Postämter zugesperrt werden, sollen postalisch nicht verwaisen. Nach den Plänen der Post wird es dort Postpartner geben. Angebote würden eingeholt und gesondert Gespräche mit Bürgermeistern geführt, so Post-Pressesprecher Andreas Pachler. Man erwartet auch Vorschläge von Gemeindeseite: "Es müssen ja Partner sein, die in der Bevölkerung akzeptiert sind - und das wissen die Bürgermeister am besten."
Gespräche wieder 2013. Deren Reaktionen zu diesem Ansinnen überraschen wenig. "Ganz sicher nicht", werde man das tun, so Franz Handler, Bürgermeister von Bad Blumau. "Wir beharren auf unserer Vereinbarung mit der Post aus dem Jahr 1999." Die sieht vor, dass in der Sache frühestens 2013 wieder Gespräche aufzunehmen sind. Handler ist überzeugt: "Wir haben gute Karten."
Kein Interesse. Helmut Sampt, Bürgermeister von Minihof-Liebau, interessiert sich für einen Postpartner gar nicht: "Wir haben ja kein 08/15-Postamt. Die Strategie verstehe ich da nicht." Man werde kämpfen. Er setzt darauf, dass kein Postamt geschlossen wird, ehe es nicht einen Postpartner gibt, wie Post-Chef Anton Wais noch am Dienstag abend betonte. Sampt: "So leicht ist ein Partner nicht zu finden."
"Aus wirtschaftlichen Gründen nicht ständig mitschleppen". Ob die Wais-Aussage nach dessen gestrigem Rücktritt überhaupt noch gilt, kann Pachler nicht sagen: "Wir werden nicht übereilt handeln, dass es irgendwo gar nichts gibt, aber defizitäre Postämter können wir aus wirtschaftlichen Gründen nicht ständig mitschleppen." Vor Anfang Juli tut sich sicher nichts. Bis dahin gilt die Faymann-Auflage in der Universaldienstverordnung.
"Zusätzliche" Postpartner. Gemeinden mit Potenzial und solche, wo die Post etwas machen möchte, seien die "zusätzlichen" Postpartner, die auf der Post-Homepage angeführt sind, so Pachler. Aus dem Bezirk Feldbach ist Lödersdorf dabei. "Wir sind natürlich bestrebt eine Poststelle zu bekommen. Ehe wir einen Partner suchen, müssen wir aber erst eruieren, was es bringt und was es kostet", so Gemeindesekretär Hannes Sitzwohl. Dass Loipersdorf auch einen Postpartner bekommen soll, ist für Bürgermeister Herbert Spirk völlig neu. Man sei derzeit mit der Post-Servicestelle versorgt.
Features
Großes Special
Kommentar
Fakten
Postämter: Breitenfeld, Bad Gleichenberg, Feldbach, Fehring, Gnas, Kirchbach, St. Anna/A., St. Stefan/R., Studenzen (Bezirk Feldbach); Fürstenfeld, Großwilfersdorf (Bezirk Fürstenfeld); Heiligenkreuz/L., Jennersdorf, Rudersdorf, (Bezirk Jennersdorf); Güssing, Stegersbach (Bezirk Güssing).
In Paldau, Bad Blumau, Minihof-Liebau und St. Michael /B. sollen Postpartner das Postamt ersetzen.
Postpartner: Jagerberg, Kapfenstein, Kirchberg/R., Unterlamm; Mogersdorf, Strem. Geplant: Lödersdorf.
Post-Servicestellen: Loipersdorf (soll laut Post Postpartner werden), Riegersburg, Söchau.







