Paldau: Staufer krönte sich zum Schneekönig
3000 Fans erlebten Premiere in Paldau: Erstmals wurde Motocross-Bewerb bei Schneefall durchgeführt. Michael Staufer siegte in beiden Läufen, Mario Hirschmugl zwei Mal Dritter.

Foto © GEPAMichael Staufer entschied das Schnee-Cross für sich
Im Jahr 1913 hat man in Paldau noch nicht an Motocross gedacht. Damals fiel der Ostermontag zum letzten Mal auf einen 24. März. Heuer war es wieder so weit und es sollte auch für die Veranstalter der Motocross-Staatsmeisterschaft in Paldau ein historisches Datum werden. "Als ich in der Früh aus dem Fenster geschaut und den starken Schneefall gesehen habe, hätte ich nicht gedacht, dass wir fahren können", meinte Lokalmatador Mario Hirschmugl aus Kapfenstein, nur elf Kilometer vom Veranstaltungsort entfernt.
Schneekönig. Doch die Organisatoren des TuS Paldau hatten ein bisschen Glück. Also wurde gefahren. Und der "Schneekönig von Paldau" heißt Michael Staufer. Den ersten Lauf bei tiefem Boden, aber noch bei Sonnenschein gewann er mit 30 Sekunden Vorsprung auf den Salzburger Matthias Walkner.
Bilanz. Lokalmatador Hirschmugl belegte Rang drei. "Super. So einen Auftakt wünscht man sich. Ich hatte einen guten Start und gleich in der vierten Runde habe ich Ossi Reisinger im Steilhang überholt. Im Training war die Strecke noch etwas tiefer", bilanzierte der 26-Jährige. Aber auch der zweite Lokalheld, Marco Schögler aus Bad Gleichenberg, strahlte über das ganze Gesicht. Rang fünf, weil auch er in der vorletzten Runde im Steilhang an Reisinger vorbeizog. "Ich bin sehr glücklich, Rang fünf, das passt", sagte Schögler.
Gute Stimmung. Doch dann kam Lauf zwei und so etwas hat wohl noch keiner der Teilnehmer erlebt. Es begann heftig zu schneien, die Strecke wurde noch tiefer. So mancher der trotz des schlechten Wetters immerhin 3000 Fans summte den Danzer-Klassiker "Hupf in Gatsch und schlog a Welln".
Panierte Fahrer. "Die Burschen der MX-Jugend waren regelrecht paniert", berichtete Sektionsleiter und Streckensprecher Walter Loder. Paniert waren auch zahlreiche Fans, denn auf den Wiesen neben der Strecke, vor allem rund ums Fahrerlager, wo die Maschinen abgespritzt werden, war es so rutschig wie auf der Strecke.
Schnee. Noch ärger wurde es beim zweiten Wertungslauf der MX-Open. "Also, bei Schneefall bin ich noch nie gefahren, nicht einmal zur Gaudi", so Hirschmugl. Doch der KTM-Pilot hielt sich prächtig und lag lange Zeit auf Rang zwei. "Am Ende hatte ich Probleme mit meinen Armen, dann ist Matthias Walkner noch vorbeigezogen." Die Bedingungen waren äußerst widrig, viele Fahrer warfen sogar ihre Brillen weg, weil sie überhaupt nichts mehr gesehen haben.
Nebensächliches Material. Michael Staufer gewann ähnlich souverän wie im ersten Lauf: "Für mich waren diese Bedingungen super. Da kommt es zu 75 Prozent auf den Fahrer an. Das Material wird nebensächlich." Aber auch alle anderen Kollegen nahmen das Schnee-Cross als Erfahrung mit und keiner murrte. "Sie waren alle froh, dass wir den Saisonauftakt über die Bühne bringen konnten, weil es kaum Ausweichtermine gäbe", so Walter Loder. Trotzdem hofft er, dass der Schneebewerb eine einmalige Sache bleibt. Der Kalender gibt Hoffnung: Das nächste Mal fällt der Ostermontag erst im Jahr 2160 auf einen 24. März.








