EU-Regionalförderung wird neu verteilt
Mehr als 20 Millionen Euro fließen jährlich von Brüssel in die Steiermark. Von den neu formulierten Förderzielen für den Zeitraum 2014 - 2020 soll die Steiermark noch mehr profitieren.

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Genau 271 Regionen umfasst die Europäische Union mit ihren 27 Mitgliedsstaaten. Und die Vertreter der einzelnen Regionen rüsten sich derzeit für den Kampf um einen ordentlichen Anteil am Förderkuchen, der in der kommenden Periode von 2014 bis 2020 verteilt werden soll. Da mischt auch die Steiermark kräftig mit. "Derzeit betreiben die Institutionen großen Einsatz, um Partner für neue Projekte zu finden", betont Landesrätin Elisabeth Grossmann (SP), die die Steiermark bei der letzten Sitzung des Ausschusses der Regionen in Brüssel vertrat.
Mehr als 22 Millionen Euro bekommt die Steiermark jährlich an Förderungen für Projekte aus dem EFRE, dem Fonds für Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung. Insgesamt liegen von 2007 bis 2013 155 Millionen Euro für die Steiermark bereit, die in Form von Projekten abgeholt werden müssen. Wie viel Geld die Europäische Union in der kommenden Förderperiode bereitstellen wird, ist noch Inhalt von intensiven Verhandlungen.
Schon jetzt kristallisiert sich heraus, dass die Steiermark ein Profiteur der Neuausrichtung der Förderziele nach dem Programm "Europa 2020" werden könnte. Das sieht nämlich vor, hauptsächlich Projekte zu fördern, die etwa zum verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien oder zur Steigerung der Forschungs- und Entwicklungsquote bei Klein- und Mittelbetrieben führen soll. "Ich war erst unlängst in Graz und Mureck. Die Südsteiermark ist ein Zentrum für erneuerbare Energie. Dort haben kleine Projekte Vorbildfunktion, die auch über die Grenze nach Slowenien wirkt", weiß Ulrich Krause-Heiber, der für die Steiermark zuständige Referent in der Generaldirektion Regionalpolitik der EU-Kommission, aus eigener Erfahrung.
Die "Europa 2020"-Ziele, die besonders Klein- und Mittelbetrieben zugutekommen, sieht Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann, fixes Mitglied für die Steiermark im Ausschuss der Regionen, als Vorteil für die steirische Wirtschaft: "Mit einer regionalen Forschungs- und Entwicklungsquote von 4,4 Prozent ist die Steiermark Europa-auffällig."
Verkündet hat die EU-Kommission zudem das Vorhaben, die Fördermittel für territoriale Zusammenarbeit (ETZ) um 30 Prozent auf rund 13 Milliarden Euro für den gesamten EU-Raum zu erhöhen. Um auch ein Stück von diesem Förderkuchen abzubekommen, wird in der grünen Mark bereits intensiv über mögliche Projekte mit Slowenien nachgedacht. "Maribor wird im kommenden Jahr europäische Kulturhauptstadt sein. In diesem Rahmen möchten wir mit Slowenien noch intensivere Kontakte pflegen", betont Grossmann.
Doch die Landesrätin übt auch Kritik an den Förderstrukturen der Europäischen Union: "Das Misstrauen gegenüber den Fördernehmern kostet zu viel. Oft macht die Projektevaluierung 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Das fehlt dann im inhaltlichen Budget des Projektes."








