Wo kleine Meister auf Könige treffen
Am Nabel der Schachwelt: 243 Kinder und Jugendliche aus 29 Nationen kämpfen derzeit in Mureck um Sieg oder Niederlage. Ein Lokalaugenschein im Flüstermodus.
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Die kleine Alexa Nussbaumer lutscht genüsslich an ihrem Eis am Stiel. Dass sie gerade die zweite Schachpartie in Folge verloren hat, ist schon wieder vergessen. Statt eines traurigen Gesichts gibt es ein breites, eisverschmiertes Grinsen. Und auf die Frage, wie alt sie sei, streckt die Vorarlbergerin sieben Finger in die Luft. Damit ist Alexa eine der Jüngsten bei der derzeit laufenden 8. EU-Jugendmeisterschaft im Murecker Gemeindesaal. Wo Kleine großen Sport abliefern.
243 Kinder und Jugendliche aus 29 Nationen kämpfen bis Donnerstag um die Siege in den verschiedenen Altersklassen. "Hinter dem Turnier steckt ein großer Aufwand", erklärt Organisator Erich Gigerl. Ein Jahr Arbeit stecken er und der Österreichische Schachbund in das Großereignis.
Auch die Teilnehmer selbst, alle zwischen sechs und 14 Jahren, trainieren hart für die Meisterschaft. Viele von ihnen gehören zur Spitze des europäischen Schachnachwuchses. Stundenlange Partien und viele Theorieeinheiten gehören zu ihrem Alltag. Wenn andere Fußball spielen gehen, sitzen sie an den 32 Figuren. Sport ist eben Sport.
Sieg und Niederlage
Ein Rundgang durch den Spielsaal. Es herrscht Stille. An 120 Brettern wird gekämpft, Glücksbringer stehen neben den tickenden Schachuhren. In Nachbarschaft sitzen die steirischen Hoffnungen Martin Christian Huber und Bardhyl Uksini. In manchen Gesichtern macht sich Verzweiflung breit, andere strahlen siegessicher. Eines aber gilt für alle: Der Gegner wird keines Blickes gewürdigt. Konzentration ist angesagt, immerhin kann ein Spiel bis zu vier Stunden dauern.
In der letzten Reihe sitzen am U8-Tisch die ganz Kleinen und fischen mit ihren Füßen nach Bodenhaftung. Im Spiel der Könige sind sie aber sattelfest.
Eltern und Trainer müssen draußen bleiben. "Wir verstehen einige der Sprachen nicht. Die Gefahr ist zu groß, dass den Spielern eingesagt wird", berichtet Schachbund-Sprecher Walter Kastner. Die Sieger sollen fair ermittelt werden.
Das ist eine Frage der Schach-Ehre.










