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Zuletzt aktualisiert: 22.01.2008 um 06:35 Uhr

Beleuchtung: Besser gar nicht, als schlecht

Straßenbeleuchtung kostet die Gemeinden viel Geld. Grund sind veraltete Anlagen und ungünstige Setzung der Lichtpunkte, manchmal aber auch ein ausufernder Ausbau.

Wohin die Reise geht, ist noch unklar

Foto © APAWohin die Reise geht, ist noch unklar

Hohe Energiekosten für die Beleuchtung von Straßen und Plätzen belasten Gemeindebudgets enorm. In manchen Gemeinden kommen bis zu 20 unterschiedliche Leuchtentypen vor, darunter stromfressende, alte Anlagen. Vielfach sind die Abstände zwischen den Lichtpunkten zu knapp oder die Beleuchtungspunkte zu stark oder schwach dimensioniert. Mit neuen Systemen, wie sie die Lokale Energie Agentur (LEA) in Auersbach mit Lichtpaketen angebietet, könnten die Kosten um bis zu 35 Prozent gesenkt werden. Doch für die Umrüstung fehlt in vielen Fällen das Geld.

Vorreiter gesucht. Die Gemeinde Lödersdorf will Vorreiter für ein kostensparendes Beleuchtungssystem werden. Die Pläne dafür sind im Lichtpaket ausgearbeitet. "Als erster Schritt wurde die automatische Dämmerschaltung auf eine astronomische Zeitschaltuhr umgestellt, was bereits erste Einsparungen gebracht hat. Als nächstes kommen Lichtpunkte mit Sparlampen, doch dafür fehlt das Geld. Die Kosten sind enorm und nur auf Zeit zu bewältigt", so Bürgermeisterin Emma Liendl. Das erste Lichtpaket wurde in der Gemeinde Söchau umgesetzt. Planerin Gundi Spreitzer, LEA: "Es wurden Lampen ausgetauscht, effiziente Natriumhochdruckdampflampen verwendet und auch Lichtpunkte verändert." In einigen Gemeinden wurde die Straßenbeleuchtung auf unbewohntes, nur selten begangenes Gebiet ausgeweitet. Argument für dafür: Das sei für die Verkehrssicherheit notwendig.

Keine Verpflichtung. Peter Samt, der in Gössendorf ein Büro für Lichttechnik betreibt, relativiert das: "Es besteht für die Gemeinden keine gesetzliche Verpflichtung für die Errichtung einer Straßenbeleuchtung." Die Straßenverkehrsordnung schreibe sie nicht vor. Selbstverständlich trage gute Beleuchtung, wie sie allerdings selten vorhanden sei, zur Verkehrssicherheit bei, so der Experte und betont:"Bei der Beleuchtung muss es zu einer Bewusstseinsbildung kommen. Vieles ist schwachsinnig." Karl Puchas, LEA, unterstreicht: "Die Gemeinden müssten überlegen, ob eine Beleuchtung auch sinnvoll ist, sonst sollten sie sie weglassen: besser gar keine machen, als eine schlechte. Wird eine Beleuchtung aufgestellt, muss sie der Norm entsprechen. Wird die nicht erfüllt und es passiert etwas, ist die Gemeinde haftbar."

"Man kann sich wehren". Auch von anderer Seite wird man sich künftig die Sinnhaftigkeit von Beleuchtungen genau ansehen müssen. Bei der Österreichischen Normierungskommission liegen Richtlinien zur Einschränkung von Himmelsaufhellung und Lichtverschmutzung zur Begutachtung (siehe Infobox), so Samt. "Das ist auch aus energietechnischen Gründen sinnvoll. Freistehende Kugelleuchten werfen ihr Licht ja überall hin." Es wird aber auch für Anrainer einfacher, sich gegen ausufernde verkehrsfremde Beleuchtung zu wehren, betont Samt: "Man kann sich wehren und muss nicht mehr alles schlucken. Etwa wenn ein Parkplatz taghell beleuchtet wird." Der Experte führt weiters auch die Sportstättenbeleuchtung an. Daher werden die neuen Richtlinien auch für Sportvereine spannend.

JOHANN SCHLEICH

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