Millionen Bergfinken nächtigen in Lödersdorf
Ein höchst ungewöhnliches Naturschauspiel ist derzeit in Lödersdorf zu beobachten: Millionen Bergfinken versammeln sich bei Einbruch der Dämmerung in einem Waldstück zur Nachtruhe.

Foto © Johann SchleichOskar, Michael und Andreas Tiefenbach haben den Schlafplatz der Berfinken entdeckt
Eine derartige Ansammlung von Bergfinken, die von ihren Brutplätzen aus Skandinavien und der russischen Taiga im Winter nach Süden fliegen, gab es in Österreich, so weit es Aufzeichnungen gibt, bisher noch nie. Normalerweise fliegen die Vögel viel weiter in südliche Länder. "Warum sie sich im Bezirk Feldbach niedergelassen haben, kann nur mit einem guten Nahrungsangebot zusammenhängen. Hier gibt es die von Bergfinken bevorzugten Bucheckern in großer Menge", meint der Vogelkundler Michael Tiefenbach zum ungewöhnlichen Naturschauspiel.
Großes Aufsehen. Einzelne Bergfinkenscharen haben in den letzten Tagen rund um Feldbach unter der Bevölkerung schon für großes Aufsehen gesorgt. Doch was sich im Wald bei Lödersdorf abspielt, übertrifft auch das kühnste Vorstellungsvermögen. Die Bergfinken, von denen die Gewohnheit bekannt ist, dass sie sich gemeinsam an einem Schlafplatz versammeln, fliegen von allen Seiten surrend in schlauchförmigen Scharen dicht über dem Boden zum Schlafplatz. Dort kreisen sie so lange, bis alle Vögel angekommen sind und erst dann fallen sie raschelnd in den Wald ein.
Verfolgung. Entdeckt wurde der Schlafplatz von Oskar, Michael und Andreas Tiefenbach. "Wir sahen die Vogelschwärme in eine gewisse Richtung fliegen. Abschnittsweise nahmen wir dann die Verfolgung auf, bis wir den Platz bei Lödersdorf ausforschen konnten. So etwas kann man im Leben in Österreich nur ein Mal sehen", erzählt Oskar Tiefenbach tief beeindruckt.
Zählung. Michael Tiefenbach, der kurz vor dem Abschluss seines Biologiestudiums steht, versuchte nach einem wissenschaftlich erprobten System eine Zählung der Bergfinken vorzunehmen.
Vier Millionen Vögel. "Es dürfte sich um rund vier Millionen Vögel handeln. Erste Aufzeichnungen berichten von Bergfinken im 14. Jahrhundert, doch ein derartiger Massenschlafplatz ist zumindest in Österreich einzigartig", erklärt der Biologe, der mit seinen Forschungen zur Blauracke bereits über die Region hinaus bekannt wurde.
Nach Süden. Wie lange die Vögel im Großraum Feldbach auf Nahrungssuche bleiben, kann nicht gesagt werden. Ausschlaggebend dürften das Nahrungsangebot und die Witterung sein. Bei Schneefall könnte es sein, dass die Vögel weiter in Richtung Süden ziehen.
Features
Fakten
Der Bergfink (lateinisch Fringilla montifringilla) wird 15 Zentimeter groß. Schulter und Brust sind hellorange-braun und gelb. Im Winter ist das Habitat meist ein Buchenwald, wo die Bergfinken Sämereien und Bucheckern, aber auch Insekten als Nahrung finden.
Zur Nachtruhe treffen die Bergfinken an einem gemeinsamen Schlafplatz zusammen.







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