Auf den Spuren der Geschichte von Hainfeld
Mit einem Erinnerungsprojekt will ein Künstlerteam aus Erinnerungen von Zeitzeugen die Geschichte des Schlosses Hainfeld rekonstruieren.

Foto © Kleine Zeitung/Johann SchleichEin Aspekt der Geschichte: Russen verbrannten Bücher der Bibliothek
Mit "Oral History im Schloss Hainfeld" findet das Kunstprojekt "hosted", das im Rahmen der Regionale 2008 in Leitersdorf stattfand, seine Fortsetzung. Das Künstlerteam Barbara Hölbling und Mario Höber über das Projekt: "Es ist ein Ausstellungskonzept, bei dem wir die Gebäudestruktur und die Geschichte des Schlosses Hainfeld aufspüren und in Form von mündlicher Beschreibung das fehlende Schlossmobilar in den Räumen rekonstruieren."
Die Künstler arbeiten mit Zeitzeugen, der Dorfbevölkerung, ehemaligem Dienstpersonal des Schlosses sowie mit Vertrauten von Cleo Hammer-Purgstall. "All diese Personen sollen ihre persönlichen Erinnerungen erzählen", sagen die Künstler, die außerdem Ungarn, deren Verwandter als Lazarett-Arzt im Lager Hainfeld am Ende des Zweiten Weltkrieges arbeitete, und den Kanadier George Gemer, einen ehemaligen Kriegsgefangenen in Hainfeld, einbinden wollen.
Gemer hat bereits ein Buch über seine Gefangenschaft geschrieben. Ein Auszug: "Eine so genannte Befreiung hatte stattgefunden, im Zuge derer die empfindlichen Möbel zerstört, wunderschöne Gemälde eins nach dem anderen mit dem Messer aufgeschlitzt und Pferde über die erlesenen Holzböden getrieben wurden. Sie verwendeten jahrhundertealte Kodizes aus der Schlossbibliothek als Brennholz für das Feuer, das sie zum Kochen brauchten."
Picknick
Im Rahmen des Projektes entsteht im Schloss ein Kommunikationsraum, der als Gemeinderaum, Empfangsraum und Stimmungsraum fungieren wird. Gesondert von diesem Raum wird zeitgenössische Kunst präsentiert. Außerdem ist während der Ausstellung ein Picknick im Schlosshof geplant.
Der Leitersdorfer Bürgermeister Leo Josefus und der Gemeinderat stehen hinter dem Kunstprojekt. "Alle Menschen und Gemeinden der Region sind eingeladen, an diesem Erinnerungsprojekt mitzuarbeiten. Ich hoffe, dass wir viel Neues über das Leben im Schloss erfahren werden", so Josefus. "Oral History" findet vom 10. bis 14. September 2009 im Schloss Hainfeld statt. Heute wird das Kunstprojekt um 19 Uhr im Schloss vorgestellt.







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