Furchterregend und in Handarbeit
Seit Mitte November finden in vielen Orten Perchtenläufe statt. Obwohl für die Region nicht typisch, gibt es auch hier eine Reihe von Perchtengruppen - wie die "Cernunnos Chirchpach".
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Eine der ersten Gruppen in der Oststeiermark war der Kirchbacher Perchtenverein "Cernunnos Chirchpach", der über rund 20 aktive Perchtenläufer verfügt. "Unser Verein gründete sich aus dem gemeinsamen Schnitzen heraus. Da kamen wir auf die Idee, Perchtenmasken anzufertigen. Seither schnitzen unsere Mitglieder alle ihre Larven selbst. Die meisten anderen Gruppen kaufen ihre Masken", erzählt Werner Fruhmann.
Bis zu 40 Stunden wird an einer Larve gearbeitet, bis sie fertig ist. Verwendet wird Zirben- und Lindenholz. Perchten verfügen meist über mehrere Hornpaare, die nicht geschnitzt werden, sondern von horntragenden Tieren (Steinbock, Ziege, Antilope, Rinder oder Kudu) stammen. Zu den teuflischen Perchtenmasken reihen sich auch Hexengesichter und der Tod.
Nachwuchs
Die jüngsten Perchtenschnitzer in Kirchbach sind zehn Jahre alt, damit hat der Verein auch Nachwuchsläufer. "Ein Perchtenlauf ist mit dieser Maske auf dem Kopf und dem Naturfell am Körper ziemlich anstrengend, so dass ältere Mitglieder unseres Vereines nicht mehr aktiv sind", weiß Fruhmann zu berichten.
Der Kirchbacher Perchtenverein rückt in den letzten Jahren beim Schnitzen der Masken immer mehr von den mehrhörnigen Perchten ab und verlegt sich auf Krampusmasken, die genauso wild aussehen, aber nur zwei Hörner tragen. So nähert man sich wieder dem bodenständigen Brauchtum des kettenrasselnden Krampus an, während am Körper einer Schiachpercht Kuhschellen hängen.
Die Perchtenläufe sind ein typischer Salzburger Brauch, der sich über das Ennstal in der Steiermark verbreitet und vor allem in der Südoststeiermark und in Leibnitz großen Anklang gefunden hat. Dem Brauch entsprechend sollten die Umzüge zwischen dem Heiligen und Abend Dreikönig, in den sogenannten Raunächten stattfinden.
Davon rücken die oststeirischen Veranstalter von Perchtenläufen ab, weil die einzelnen Perchtengruppen aufgrund der großen Nachfrage derart ausgebucht sind, dass bereits Mitte November mit den Läufen begonnen werden muss. Viele Gruppen wollen auch bei Perchtenläufen gesehen werden wollen. Die Folgen beschreibt Fruhmann so: "Vor einigen Jahren bekam man für einen Auftritt wenigstens einen Unkostenbeitrag, was derzeit auch immer weniger wird." Er betont, dass man in Kirchbach von der Perchte zur Krampusmaske übergehen will. Möchte man dem bodenständigen Brauch treu bleiben, sollten Krampusse nur am 5. Dezember durch die Orte ziehen.










