Molterer: Kontrast zu Faymann ist sein Kapital
Wilhelm Molterer, Spitzenkandidat der ÖVP, spürte in der Steiermark Rückenwind: Nach dem jüngsten Coup der SPÖ ist sein Kurs als Kontrastprogramm wieder etwas wert.

Foto © APAWilhelm Molterer, Spitzenkandidat der ÖVP
Leuchtend blauer Himmel über steirischem Grün. Der Vizekanzler, Listenerste und Chef der ÖVP, Wilhelm Molterer, ist gut drauf. Am Abend dieses Tages - es ist jener Montag, an dem SPÖ-Chef Werner Faymann der ÖVP den Nicht-Überstimmungs-Pakt aufkündigt - ist Wilhelm Molterer nicht mehr ganz so entspannt, aber immerhin: So viel Zustimmung wie an diesem Tag zu seinem Kurs der Seriosität, der Verantwortung für das Land, gegen Geldverschwendung zu Lasten künftiger Generationen hat er lange nicht gehört.
Managementclub. Es beginnt im Managementclub. Man ist quasi unter sich. Aber Molterer hat seine Lektion gelernt: Er will die Wahl gewinnen, er will Bundeskanzler werden, und nur, wenn man ihm abnimmt, dass es ihm (auch) um soziale Anliegen geht in diesem Land, kommt er dort hin.
Bekannte Gesichter. Das Sakko hat er locker über die Schulter gelegt, wie häufig in diesen Tagen. Schon im Gastgarten des Aiola in Graz begrüßt er die bekannten Gesichter. Ein weiteres schiebt sich von hinten heran. Hannes Missethon, Geschäftsführer der Partei und Schutzschild ihres Vorsitzenden, tritt zwischen Hannes Kartnig und seinen Chef. Nicht alle Motten sind willkommen im Licht.
Soziale Verantwortung. Die Rede von sozialer Verantwortung, ohne die der wirtschaftliche Aufschwung nicht denkbar sei, fließt Molterer - auch in diesem Kreis - von den Lippen als wäre sie sein Lebenselixier. Dass die EU-Teilhabe unverzichtbar für Österreich ist, jeder zweite Arbeitsplatz durch Exporte gesichert wird, wird mit beifälligem Nicken zur Kenntnis genommen. Nein. Faymann-Wähler sind das hier nicht.








