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Zuletzt aktualisiert: 23.06.2008 um 13:59 UhrKommentare

Der Umgang mit dem Tod

Jugendliche begegnen dem Tod: Seit Jahren bringt die Hospizbegleiterin Monika Benigni Schülern das Thema Sterbebegleitung würdevoll näher.

Die Radkersburgerin Monika Benigni ist für den Hospizverein tätig

Foto © Thomas WieserDie Radkersburgerin Monika Benigni ist für den Hospizverein tätig

Die Kinder bleiben immer auf der Strecke. Auch ich blieb auf der Strecke, als meine Großmutter starb", erinnert sich Monika Benigni. Vielen Kindern und Jugendlichen würde bei Todesfällen oder auch schweren Krankheiten im Umfeld nicht die Wahrheit zugemutet. "Sie werden beiseite geschoben, um sie vor dem Tod zu beschützen - und übrig bleiben oft Schuldgefühle oder Ängste."

Würdevoll. Deshalb rief Monika Benigni, ausgebildete Pflegehelferin und ehrenamtliche Hospizbetreuerin aus Bad Radkersburg, das Projekt "Jugendliche begegnen dem Tod" ins Leben. Seit dem Jahr 2002 beschäftigen sich Schüler aus dem Borg und der Hauptschule Bad Radkersburg intensiv mit dem Thema würdevolles Sterben und Abschiednehmen, zahlreiche weitere Schulen in der Steiermark folgten.

Lebensschule. Eine Arbeitsgruppe mit Hospizbegleitern und Pädagogen wurde gegründet, ein Lehrbehelf erstellt. Und Monika Benigni bildete gut 40 Hospizbegleiter für den Umgang mit Schülern aus. "Lebensschule" heißt die Arbeit in den Schulen, derzeit betreut der Hospizverein Steiermark zwölf Projekte. "Es ist wichtig, dass die jungen Leute etwas für das Leben mitnehmen", sagt Benigni, selbst zweifache Mutter und Oma eines Enkelsohnes.

Erinnerungen. Bei den Besuchen in den Klassen erlebte sie berührende Momente: "Ein Mädchen, das zwei Geschwister verloren hatte, sagte mir, dass sie sich nun an viele Dinge neu erinnern könne. Und ein 17-Jähriger erzählte den Kollegen von Sterbephasen, die er während einer schweren Operation erlebt hätte."

Totentuch für das Spital. Mittlerweile wurden die Projekte in den Schulen von der Psychologin Monika Specht-Tomann evaluiert. Und Monika Benigni bereitet eine Benefizgala für den Hospizverein Steiermark, bei dem sie Vorstandsmitglied ist, am 31. Oktober in Graz vor. Zuvor aber, nämlich schon heute Vormittag, besucht sie eine Feier in Bad Radkersburg: Da überreichen Schülerinnen aus der Hauswirtschaftsschule Halbenrain ein selbst gebasteltes Totentuch an die Pflegedienstleitung des LKH Bad Radkersburg.

THOMAS WIESER

Der Hospizverein

... Steiermark hat 600 ehrenamtliche Mitarbeiter in 28 Teams in allen Bezirken. Obmann ist Karl Harnoncourt, Geschäftsführerin Sabine Janouschek. Die Hospizbegleiter betreuen schwer kranke und sterbende Menschen und deren Angehörige. Freiwillige Mitarbeiter werden jederzeit gesucht.

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