Gerhard Wlodkowski feiert 60. Geburtstag
Mit Gerhard Wlodkowski ist ein Steirer der oberste Bauernfunktionär Österreichs. Der Landwirt aus der Südsteiermark wurde am 17. August 60 Jahre alt.

Foto © APAGerhard Wlodkowski übernahm bereits als 17-Jährige die Rolle seines verstorbenen Vaters als Bauer
Der Präsident kommt zu uns! Ja, gibt's denn des?" Diese Worte fallen oft, wenn Gerhard Wlodkowski einen Abstecher zu einem Bauern macht und sich dort in kleiner Runde die Anliegen und Sorgen anhört.
Höchster Agrarfunktionär. Gerhard Wlodkowski, der am 17. August seinen 60er feierte, ist der höchste Agrarfunktionär des Landes und einer der führenden Interessenvertreter Österreichs, aber er nimmt sich tatsächlich viel Zeit für die, deren Interessen er vertritt. Der Südsteirer aus Gosdorf nahe Mureck hat als Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich und der steirischen Bauernkammer sowie als Obmann des ÖVP-Bauernbundes im Lande Zutritt zu allen Räumen, in denen hohe Politik gemacht wird.
Wenig Zeit. Aber genauso oft hockt er sich zu den Bauern in ihre Stuben und bespricht mit ihnen deren Probleme. Nur für die Familie hat Wlodkoski längst nicht so viel Zeit, wie er sich wünschen würde - Funktionärsschicksal. Seine Frau Doris und die drei Töchter sind das notgedrungen gewöhnt. Nur die zwei Enkelkinder fragen manchmal, wer der freundliche Mann ist, der ab und zu im Familienkreis auftaucht.
Nichts geschenkt. Dem Sohn eines Sudetendeutschen, der nach dem Weltkrieg eine junge Gosdorfer Bäuerin geheiratet hat, wurde nichts geschenkt. Nach dem frühen Tod des Vaters übernahm er schon als 17-Jähriger dessen Rolle als Bauer. Der Hof in Gosdorf ist mit 43 Hektar nicht klein, die "Transparenzdatenbank" über die EU-Zahlungen an die Bauern weist Gerhard Wlodkowski mit rund 25.000 Euro im Jahr als einen Landwirt im oberen Drittel der Einkommensgruppen aus. Das kann nur die Bereitschaft zu ständiger Veränderung absichern. Der Gosdorfer ging - wie Zehntausende andere Bauern - mehrmals das Risiko einer großen Umstellung ein. Die Schweinemast wich der Geflügelwirtschaft, diese der Schafzucht, und jetzt wachsen in Gosdorf vor allem Mais und Kürbis.
Keine Sonderstellung. Neben der Tätigkeit als Agrarfunktionär, die ihn auch regelmäßig nach Brüssel und Paris führt, sieht Wlodkowski seine Hauptaufgabe darin, das Verhältnis zwischen Bauern und Nichtbauern gut zu erhalten. Die Landwirte haben keine Sonderstellung, sondern sind eine Minderheit mitten unter uns. Sinngemäß und faktisch müssen sie die Stalltür ganz weit aufmachen, wenn die Leute das wollen, warnt er die Bauern davor, sich in ein Schneckenhaus zu verkriechen.
Dialog wichtig. Eine Minderheit wie die Bauern muss manchmal laut werden, damit sie von der Mehrheit gehört wird. Durch die Besonnenheit von Männern wie Gerhard Wlodkowski steht bei Kundgebungen - zuletzt jene der Milchbauern - nicht die Selbstdarstellung im Vordergrund, sondern der Dialog mit der Öffentlichkeit.
Features
Zur Person
Gerhard Wlodkowski, geboren am 17. August 1948 in Gosdorf. Verheiratet, drei Töchter, zwei Enkel.
Bauer: Landwirt seit 1965, Landwirtschaftliche Fach-







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