Eichkögl geht Richtung Kleinmariazell
Nach zehn Jahren Arbeit hat die Gemeinde Eichkögl den Prozess der Lokalen Agenda 21 abgeschlossen. Die Programme, die mit Bürgern erarbeitet wurden, sollen nun umgesetzt werden.

Foto © LR Wolfgang AunerPfarr- und Wallfahrtskirche Klein Mariazell in Eichkögl
Die Eichkögler nahmen die Lokale Agenda 21 (siehe Infobox) besonders ernst: Über zehn Jahre erarbeiteten die Bürger der Gemeinde Programme, um den Ort gemeinsam voranzubringen. Der dafür gegründete Verein "Team Eichkögl" hat bisher über zwanzig Projekte verwirklicht.
Seitdem hat Eichkögl, das auch als Wallfahrtsort Kleinmariazell über die Bezirksgrenzen bekannt ist, eine Nahwärmeversorgung durch zwei Biowärmeheizwerke, ein Kinderferienprogramm, eine regelmäßig stattfindende Seniorenanimation, eine Theatergruppe und ein Gemeindelogo. Team-Eichkögl-Obmann und Bürgermeister Johann Einsinger (ÖVP) versucht mit den Bürgern, die Stärken der Gemeinde zu stärken: "Wir haben kein Industriegebiet, weil dafür eignet sich Eichkögl nicht. Aber wir haben hier eine gute Wohnqualität."
Verschiedene Arbeitsgruppen. Anfangs beteiligten sich rund 50 Bürger in verschiedenen Arbeitsgruppen, um die Gemeinde aktiv mitzugestalten. Bis zum Schluss wirkte noch etwa die Hälfte davon am Lokalen-Agenda-21-Prozess mit. In den zwei Gruppen "Tourismus" und "Gesellschaft" tüftelten sie Zukunftsprojekte für Eichkögl aus. Vizebürgermeister Manfred Tieber (ÖVP) leitete die Arbeitsgruppe "Tourismus" und fasst das Ziel für die Gemeinde zusammen: "Wir wollen ein Kleinmariazell werden - im wahrsten Sinne des Wortes."
Das Potenzial ist groß: 8000 Besucher pilgern alljährlich nach Eichkögl zur Wallfahrtskirche Klein Mariazell. Viele davon lassen aber keinen Cent im Ort. Das soll sich nun ändern. Der Plan: Selbstvermarkter sollen zukünftig ihre Produkte auf dem Kirchplatz anbieten, zudem sollen Souvenirs die bunten Scheine aus den Geldtaschen der Gäste locken.
Außerdem sollen der Besinnungsweg, der von Fladnitz nach Eichkögl führt und noch heuer eröffnet wird, sowie der Weganschluss zum Pilgerweg nach Mariazell die Touristen dazu bewegen, in Eichkögl Station zu machen.
In der Arbeitsgruppe "Gesellschaft" haben sich vor allem Eichköglerinnen für die Zukunft ihrer Gemeinde den Kopf zerbrochen. Die Gruppenleiterin, Gemeinderätin Annemarie Schmidt (ÖVP), wünscht: "Wir wollen eine gute Kommunikation auf allen Ebenen. Das trägt ein bisserl die Handschrift von Frauen." Zu den Projektideen zählen unter anderem Tanzkurse, eine Jugendsportgruppe und ein Stöpseltreffen, das Kleinkinder und Eltern in der Gemeinde zusammenbringen soll.
Features
Fakten
Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 (LA 21) wirken Bürger aktiv in der Gestaltung ihrer Gemeinden mit.
Das Ziel der LA 21 ist es, die Gemeinden nachhaltig zu entwickeln.
Dafür arbeiten die Bürger mit Organisationen, Entscheidungsträgern und Unternehmern zusammen.
Die LA 21 geht auf die Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro im Jahr 1992 zurück.
180 Staaten setzten sich damals das Ziel, die LA 21 zu verwirklichen.
Mittlerweile ist bereits jede vierte steirische Gemeinde Partner des Netzwerkes der Lokalen Agenda 21.
Für bestimmte Projekte bekommen "LA 21"-Gemeinden bessere Förderungen.
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