Gut informiert zum Job
Jugendarbeitslosigkeit ist in der Region ein Thema. In der Stadt Feldbach informierten Jugendliche Alterskollegen über Gegenstrategien.
Sie sind zweifellos aufgefallen: Eine Gruppe Jugendlicher auf zweirädrigen Fahrzeugen, sogenannten Segways, die durch die Stadt Feldbach rollten und an Gleichaltrige Info-Broschüren verteilten. Worum es dabei ging, weiß Marianne Suppan, Leiterin des Arbeitsmarktservice (AMS) Feldbach: "Wir wollten damit Jugendliche auf die Wichtigkeit der Berufswahl und die Möglichkeiten professioneller Unterstützung durch das AMS aufmerksam machen. Anlass für die Aktion war, dass sich die Konjunkturkrise auf die Arbeitsmarktsituation von Jugendlichen besonders negativ ausgewirkt hat." Problematisch könne, so Suppan, vor allem der "Rückstau" an Jugendlichen ohne Job aus dem Jahr 2009 werden, der in den nächsten Jahren nur langsam abgebaut werden könne. Dass die Jugendarbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr mit Anfang Mai wieder gesunken sei (siehe Info-Box), ist - wie Suppan betont - bereits auf das verstärkte Qualifizierungsangebot des AMS und des Bundes mit attraktiven Paketen für Firmen und Jugendliche zurückzuführen.
"Von Problemen mit dem Eintritt in das Berufsleben sind Jugendliche aller Ausbildungsstadien von der Pflichtschule bis zur Höheren Schule betroffen. Dazu kommt, dass das Lehrstellenangebot seit dem Jahr 2000 kontinuierlich sinkt", nennt Suppen weitere Gründe für die schwierige Suche nach einem Job.
Ein Lichtblick sei, dass das Angebot an offenen Stellen mit Anfang Mai gegenüber 2009 um 28,8 Prozent gestiegen sei. Suppan: "Besonders gesucht sind Lehrlinge für die Branchen Bau, Metall, Holz und Tourismus, aber auch Dachdecker. Nur genau diese Berufe wollen die Jungen immer weniger lernen." Die Schlussfolgerung daraus: "Es ist wichtig bei der Berufswahl Stärken, Schwächen und auch die Freude an einer Arbeit auszuloten, aber man darf nicht an den Trends des Arbeitsmarktes vorbeiflanieren. Dann kann es nämlich passieren, dass man acht oder neun Monate ohne Lehrstelle ist."
Bürgermeister Kurt Deutschmann begrüßt die Aktion in der Stadt vor allem deshalb, weil sie von Jugendlichen für Alterskollegen gemacht werde.
Features
ZAHLEN
Durchschnittlicher Anteil der Jugendlichen (Bezirk Feldbach) an der Arbeitslosigkeit im Vorjahr 18,3 Prozent.
Mit Anfang Mai ist die Jugendarbeitslosigkeit gegenüber 2009 um 24 Prozent gesunken.








