Sparverein zahlte, der Wirt kassierte
Hohe Rendite versprochen, doch das Geld ist weg: Rund 500.000 Euro soll ein Wirt in die eigene Tasche kassiert haben.
Sie bekamen eine jährliche Rendite von 6,7 Prozent versprochen und zahlten so Jahr für Jahr brav in den (nicht behördlich gemeldeten) Sparverein ein. Jährlich zwischen 360 Euro, die Mindesteinlage, und 12.500 Euro, die höchstmögliche. Da der Sparverein immerhin 100 Mitglieder zählte, kam so in den Jahren einiges an Geldern zusammen.
Sparer. Doch davon sahen die fleißigen Sparer aus dem Bezirk Feldbach nichts. Sie erhielten zwar jährlich die versprochene Rendite ausbezahlt, doch der große Rest des Geldes landete auf einem Firmenkonto bei einer Bank im Bezirk. "Die Sparer erhielten Erlagscheine, das sollte sicherer sein als die einbruchsgefährdeten Sparvereinskästen", so ein Ermittler des Landeskriminalamtes, Fachbereich Betrug, über die Methode des Gastwirtes. Von diesem Konto soll er das Geld nach und nach selbst behoben und verbraucht haben. Teils für Spekulationen mit Wertpapieren, teils für die Einrichtung seiner Lokale - der 38-Jährige betrieb gleich drei Cafes in der Südoststeiermark - möglicherweise gar für den Ankauf von Immobilien.
U-Haft. Die Unregelmäßigkeiten fielen erst heuer, vier Jahre später, auf, nachdem eine andere Bank die ursprüngliche übernommen hatte und eine Revision durchführte. Dabei entdeckten die Bankangestellten, dass nicht nur die rund 500.000 Euro der Sparer fehlten, die Konten des Gastwirtes wiesen außerdem ein Minus von 200.000 Euro auf. Daraufhin wurde eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft geschickt, die Betrugsgruppe des Landeskriminalamtes nahm die Ermittlungen auf. Mit Erfolg: Der Gastwirt landete in U-Haft.








