Nach Pleite steht Bau still
Firma Bau-Check, die das Gemeindezentrum Deutsch Goritz errichten sollte, ging in Konkurs. Nun steht die Baustelle, die Zukunft ist ungewiss.

Foto © APA/Sujet
Im März 2008 präsentierten der Deutsch Goritzer Bürgermeister Heinrich Tomschitz (ÖVP) sowie Hannes Neuhold und Richard Reichmann, Geschäftsführer der Firma Bau-Check, stolz das geplante Gemeindezentrum. Am Areal des leerstehenden Gasthofs Suppan sollte ein Gebäude für das Gemeinde- und Standesamt, eine Arztpraxis, ein Geschäft, eine Bank, ein Cafe und acht betreute Wohnungen errichtet werden. Als Eröffnungstermine wurden zunächst der Mai, dann der September 2009 angegeben (die Kleine Zeitung berichtete).
Knapp zwei Jahre danach steht das 1300 Quadratmeter große Gebäude (es fehlen noch die Innenausbauten und die Außenanlagen) im Ortszentrum immer noch leer - und nun ging auch die Firma Bau-Check, der der Komplex gehört, in Konkurs. "Bei der Bank sind 2,3 Millionen Euro offen, der Konkurs wurde eingereicht", bestätigt Richard Reichmann. "Wir wollen auf jeden Fall mit einem Ausgleich weitermachen." Zum Masseverwalter wurde der Rechtsanwalt Otto Werschitz bestellt. Laut Reichmann könnte das Gebäude versteigert werden, er will sich selbst an der Versteigerung beteiligen. Der Konkurs soll jedenfalls nicht mutwillig herbeigeführt worden sein. Reichmann: "Ich habe selbst keine Freude damit."
Besitzerwechsel?
Genauso wenig wie Ortschef Heinrich Tomschitz. Bereits im vergangenen Frühjahr sei man auf die finanziellen Schwierigkeiten der Baufirma aufmerksam geworden, im Juli hätte es dann ein Gespräch gegeben. Eine Bonitätsprüfung der Firma wurde nicht beantragt. Ein Mietvertrag der Gemeinde - die sich in dem Gebäude einmieten wollte - sei nie zustande gekommen. "Es gab nur einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat. Wir haben keine finanziellen Verpflichtungen", so Tomschitz, der nur auf einen "vorübergehenden Stillstand" hofft: "Ohne Besitzerwechsel wird es aber wohl nicht weitergehen."
Die Gemeinde hat also bisher keinen finanziellen Schaden erlitten. Die künftige Kaffeehausbetreiberin Hermine Ertl hat hingegen bereits tausende Euro in die Einrichtung investiert. Heute findet eine Besprechung mit dem Masseverwalter statt.







