Zum Shoppen in die Kaserne
Gemeinderat von Bad Radkersburg gibt grünes Licht für die Umwandlung der alten Kaserne in ein Fachmarktzentrum. Auf dem Weg zur Realisierung gibt es aber noch etliche Stolpersteine.
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Fast vier Jahre lang kam man auf keinen grünen Zweig. Donnerstagabend war es dann doch soweit: Mit einer knappen Mehrheit stellte der Gemeinderat der Stadt Bad Radkersburg die Weichen für eine mögliche Verwertung der 2008 geschlossenen Mickl-Kaserne.
Geht es nach ÖVP und SPÖ soll auf dem Areal, das größtenteils der Stadtgemeinde gehört, ein Fachmarktzentrum (FMZ) entstehen. Entwickelt und umgesetzt werden soll es von der oberösterreichischen Braunsberger-Gruppe, die Interessenten für einen Möbelmarkt sowie weitere Handels- und Gastronomieflächen an Land ziehen will.
Ein Plan, der vor allem bei der Bürgerliste (BBR) auf Widerstand stieß. Sie befürchtet eine Ausdünnung der Innenstadt sowie eine Konkurrenz für das vom Bad Radkersburger Unternehmer Friedrich Fortmüller am Stadtrand geplante Fachmarktzentrum. "Man kann keiner Firma verbieten, von A nach B zu gehen", kritisierte BBR-Chef Manfred Mikl. Auch die grüne Neo-Gemeinderätin Hermine Triebl - sie rückte für Sonja Witsch nach - äußerte sich skeptisch über ein FMZ an diesem Standort.
Anders sah das Bürgermeister Josef Sommer (ÖVP), für den sowohl eine Umsetzung beider Fachmarktzentren sowie die Attraktivierung der Innenstadt möglich scheint. Entsprechende vertragliche Auflagen sollen das garantieren. Von deren Wirksamkeit ließen sich letztlich nur die beiden SPÖ-Mandatare Andrea Maß und Christian Pintäritsch überzeugen. Sie beschafften der ÖVP die notwendige Zweidrittel-Mehrheit, um einen Optionsvertrag mit der Braunsberger-Gruppe schließen zu können.
Viele Stolpersteine
Diese hat nun bis Jahresende Zeit, die Liegenschaft um einen Preis von 653.000 Euro und zu den Bedingungen der Stadt zu erwerben. Bis zur Umsetzung ist es aber noch ein weiter Weg. Neben einer Flächenwidmungsplanänderung müssen noch weitere Beschlüsse mit Zweidrittel-Mehrheit gefällt und zahlreiche Bewilligungen positiv erteilt werden.
Der Kasernenverkauf war aber bei weitem nicht das einzige heiße Eisen. Für lange Diskussionen sorgte auch die geplante Ausrüstung der Volksschule mit einer von der "Lyoness Greenfinity Foundation" zur Verfügung gestellten Photovoltaikanlage. Die Opposition äußerte Bedenken bezüglich des Ortsbildschutzes sowie rechtlicher Natur. Letztlich einigte man sich einstimmig auf eine Umsetzung, sofern alle offenen Fragezeichen aus der Welt geschafft werden.
Einvernehmen herrschte auch beim geforderten Bahn-Lückenschluss zwischen Bad Radkersburg und Gornja Radgona. Der Gemeinderat gab grünes Licht für die Ausarbeitung einer Machbarkeitsstudie, die noch im Sommer vorliegen soll.









