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Zuletzt aktualisiert: 05.03.2012 um 21:00 UhrKommentare

Heime: Land muss Standorte reduzieren

Brisantes Gutachten zu Landesinternaten und Heimen: Experten raten, Häuser mit weniger als 100 Betten und geringer Auslastung zu schließen. Das Land würde sich Millionen ersparen.

Gutachten: In Graz gibt es kaum freie Internatsplätze für Berufsschüler

Foto © FUCHSGutachten: In Graz gibt es kaum freie Internatsplätze für Berufsschüler

Rund 50 Heime und Internate für Berufs- und Fachschüler, Lehrlinge, Sportler und Erwachsene leistet sich das Land von Bad Aussee bis Bad Radkersburg. Betrieb und Mieten summieren sich jährlich auf neun Millionen Euro. Nun haben Fachleute Bedarf und Auslastung untersucht: Wie bei den Kleinschulen wird empfohlen, diverse Standorte zusammenzulegen, zu schließen oder auszubauen. Unterm Strich könnte man sich einmal zehn Millionen Euro an Investitionen sowie jährlich mindestens eine Million Euro an laufenden Kosten einsparen: je nachdem, wie weit die Reformpartner Franz Voves (SP) und Hermann Schützenhöfer (VP) zu gehen bereit sind.

Die Richtung war bereits im regionalen Bildungsplan erkennbar: Gleisdorfs Obstbaufachschüler werden künftig in der Weinbaufachschule Silberberg unterrichtet und untergebracht. Aigen wird indes seine Berufsschüler (Bereich Gastronomie) an Bad Gleichenberg verlieren. Davon betroffen sind auch die Herbergen der Schüler - und nicht nur dort. Laut Gutachten, dessen Ergebnisse durchgesickert sind, sollen in allen sieben steirischen Großregionen Standorte optimiert werden. Vor allem bei den Land- und Ernährungswirtschaften wären die Heime entweder zu klein beziehungsweise zu schlecht belegt. Dabei, so die Fachleute weiter, sollten die Internate mindestens hundert Betten groß und zu 75 Prozent belegt sein, um nicht auf Dauer das Budget zu belasten. Regional unterschiedlich gefragt sind die Bleiben der land- und forstwirtschaftlichen Schüler sowie die Jugendsporthäuser. Die Lehrlingshäuser wiederum sollen fast durchwegs gut ausgelastet sein. Auch wird auf Lehrlingsebene das Prinzip, überwiegend Jugendliche, deren Wohnort mehr als 30 Kilometer entfernt ist, unterzubringen, noch eingehalten. Erste Standortfragen könnten bis Sommer geklärt sein.

THOMAS ROSSACHER

Fakten

47 Einrichtungen sind unter der Landesflagge vereint: sechs Jugendsporthäuser, zwölf Heime/ Internate für Fachschüler der Land- und Ernährungswirtschaft, 13 im Bereich Land- und Forstwirtschaft und 16 für Lehrlinge.

Zwei Häuser für die Erwachsenenbildung und eines für Studenten kommen noch dazu.

Die Bettenanzahl ist je nach Standort und Typ unterschiedlich groß und reicht von 30 bis 330.

Die Auslastung liegt je nach Bleibe zwischen 50 und 100 Prozent.

Um Qualität, Sicherheit, Kosten und Nutzen auf einen Nenner zu bringen, empfehlen Experten dem Land, nur noch Einrichtungen mit mindestens hundert Betten und/oder einer Auslastung von mehr als 75 Prozent zu behalten.

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