Kein Fasching in der Stadt Feldbach?
Wenn zwischen Feldbacher Stadtwache und Bürgermeister Kurt Deutschmann nicht doch noch ein Konsens zustande kommt, könnte das traditionelle Treiben auf dem Hauptplatz diesmal ausfallen.

Foto © APA
Der Fasching 2008 ist kurz. Schon am 5. Februar wird die närrische Zeit ihrem Höhepunkt, dem Faschingdienstag, zustreben. Ein Tag, an dem in Feldbach traditionell ein von der Stadtwache Feldbach organisierter Umzug auf dem Programm steht. Im Rahmen seiner Kritik am Fasching 2007, die sich gegen die vielen "Saufwägen" richtete, hatte Bürgermeister Kurt Deutschmann angekündigt, das lustige Treiben selbst in die Hand nehmen zu wollen (die Kleine Zeitung hat berichtet). Wenige Wochen vor dem Termin scheinen jedoch Umzug und Feier auf dem Hauptplatz stark gefährdet zu sein.
Besprechungen ohne Ergebnis.
Deutschmann: "Es hat Besprechungen gegeben, allerdings ohne Ergebnis. Ich habe der Stadtwache eine Kooperation mit der Stadtgemeinde angeboten, deren Ziel es sein sollte, den Fasching in Feldbach neu zu organisieren. Das wurde aber abgelehnt. Das bedeutet, wir dürften zwar unterstützen, zahlen und gratis für das Aufräumen sorgen, mehr aber nicht." Im übrigen bestehe er weiterhin darauf, dass das organisierte Abfüllen von Jugendlichen nicht der Sinn des Faschings sein könne, erklärt Deutschmann und betont, die Stadtwache, deren Protektor er auch sei, sehr zu schätzen. Dies scheine allerdings nicht auf Gegenseitigkeit zu beruhen, weil man ein Foto mit ihm für das Feldbacher Stadtbuch als "Zumutung" abgelehnt habe.
Keine Niederlage.
Wenn er nun, um den Feldbacher Fasching nicht zu gefährden, der Stadtwache die Bewilligung zur Durchführung erteile, sei das für ihn keine Niederlage. "Damit ist die Sache erledigt, es gibt nichts mehr zu besprechen. Die Stadtgemeinde und ich werden einfach die Konsequenzen ziehen", so Deutschmann.
Risiko.
Eine andere Sicht der Dinge hat die Stadtwache, wie Obmann Rudolf Kulovic berichtet: "Es hat bis jetzt keine konkreten Richtlinien des Bürgermeisters gegeben. Wir haben daher einen Brief an ihn geschrieben, in dem wir unser Konzept vorlegen und die offenen Fragen anführen. Wenn es bis 30. November keine Unterschrift unter dieses Schreiben gibt und wir nicht wissen, was wir dürfen und was nicht, steht die Stadtwache für den Fasching 2008 nicht zur Verfügung. Wir können das Risiko, wieder alles falsch zu machen, nicht eingehen."
Nicht wunderlich.
Dass es kein Foto mit der Stadtwache gegeben habe, sei angesichts der massiven Angriffe nicht verwunderlich, außerdemsei Deutschmann nicht Mitglied des Vereins, sondern lediglich Protektor für die Faschingsveranstaltung, wie Obmann Kulovic bemerkt. Grundsätzlich gehe es selbstverständlich auch der Stadtwache nicht darum, die Jugendlichen "abzufüllen", sondern möglichst viele Menschen in die Feldbacher Innenstadt zu bringen - "selbstverständlich unter strengster Beachtung des Jugendschutzes", wobei man darüber streiten könne, wie ehrlich es sei, an einem Tag im Jahr Apostel spielen zu wollen.










